Schüler eines positiv getesteten Pools dürfen nur am Unterricht teilnehmen, wenn sie zuvor noch ein negatives Schnelltestergebnis oder ein „anderweitig eingeholtes“ negatives PCR-Testergebnis vorweisen können, „bzw. zum Unterrichtsbeginn einen Schnelltest mit negativem Ergebnis durchführen“, heißt es in der Neuregelung. - © picture alliance/dpa
Schüler eines positiv getesteten Pools dürfen nur am Unterricht teilnehmen, wenn sie zuvor noch ein negatives Schnelltestergebnis oder ein „anderweitig eingeholtes“ negatives PCR-Testergebnis vorweisen können, „bzw. zum Unterrichtsbeginn einen Schnelltest mit negativem Ergebnis durchführen“, heißt es in der Neuregelung. | © picture alliance/dpa

NW Plus Logo Schnelltest statt PCR "Wut und Erschöpfung": Massive Kritik an Teständerung in Grundschulen

Wegen fehlender Laborkapazitäten werden Grundschüler künftig nur noch als Gruppe mit einem PCR-Test überprüft. Schulen und Eltern bleibt es überlassen, dann herauszufinden, welche Kinder genau infiziert sind.

Anneke Quasdorf

Bielefeld/Detmold. Die PCR-Pool- und Einzeltests waren eine der wenigen verlässlichen Schutzmaßnahmen an Grundschulen, nun sind sie Geschichte. Aufgrund fehlender Kapazitäten in den Laboren werden schon jetzt bei positiven Befunden innerhalb der Pooltests keine Einzeltestungen mehr ausgewertet. Stattdessen sollen Eltern und Schulen per Schnelltests rausfinden, welche Kinder genau infiziert sind. Ein Vorgehen, das auf massive Kritik von Lehrerverbänden, Opposition und Eltern stößt.

„Wie soll das gehen?“, fragt sich eine Bielefelder Mutter mehrerer Grundschulkinder. „Wenn man abends das positive Pool-Test-Ergebnis bekommt, soll man sich dann morgens in irgendwelchen Schlangen an den Teststationen anstellen, die teilweise erst um neun Uhr öffnen? Abgesehen davon, dass dies eine logistische Zumutung ist, werden sich die Arbeitgeber bedanken. Es heißt immer, die Schulen bleiben offen, aber das erkenne ich hier nicht mehr.“

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft OWL kritisiert zudem die chaotische Vorgehensweise des Landes. Durch die zunächst über die Presse und dann in der Nacht per Schulmail mitgeteilten Regelungen würden Grundschulkinder, deren Pool am Vortag positiv war, in vollen Schulbussen zur Schule gefahren, wo sie in vollen Klassenzimmern säßen – „wohl wissend, dass mindestens eines der Kinder positiv ist. Erst in der Schule erfolgt gemeinsam in der Klasse dann eine Nachtestung mittels Schnelltest“, kritisiert Stephan Osterhage-Klingler von der GEW im Bezirk Detmold. „Das ist doch kein Zustand. Zum einen ist die Kommunikation seitens des Ministeriums erneut eine Katastrophe, zum anderen kann man hier von einem sinnvollen Infektionsschutz kaum noch sprechen.“

Information kam erst am späten Abend

Jetzt weiterlesen

Schnupper-Abo
1 € / 1. Monat
danach 9,90 € / Monat
  • Einen Monat testen - monatlich kündbar

    danach 9,90 € / Monat
Besondere Konditionen für Zeitungsabonnenten
Unsere Empfehlung
Herbst-Deal
99 € 69 €
  • Alle Artikel lesen - ein ganzes Jahr mit 30 € Sparvorteil

2-Jahres-Abo
169 €
  • Mehr als 65 € sparen

Bereits Abonnent?

Zum Login

Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen in unsere journalistische Arbeit.

Aktuelle Nachrichten, exklusive Berichte und Interviews aus Ostwestfalen-Lippe, Deutschland und der Welt von mehr als 140 Journalisten für Sie recherchiert. Hier finden Sie unsere Digital-Angebote in der Übersicht.

Mehr zum Thema