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Als Alternative zum gelben Impfpass ist in Deutschland ab morgen als Nachweis der Corona-Schutzimpfung auch der digitale Impfnachweis möglich, zum Beispiel über die Cov-Pass-App. - © picture alliance
Als Alternative zum gelben Impfpass ist in Deutschland ab morgen als Nachweis der Corona-Schutzimpfung auch der digitale Impfnachweis möglich, zum Beispiel über die Cov-Pass-App. | © picture alliance

Neuer Impfpass Ab Montag: So kommen Geimpfte in OWL an ihren digitalen Corona-Impfnachweis

Ab Montag können Geimpfte ihren Schutz auch digital nachweisen, als Alternative zum gelben Impfausweis. Antworten auf die wichtigsten Fragen für Betroffene.

Carolin Nieder-Entgelmeier
12.06.2021 | Stand 12.06.2021, 15:14 Uhr

Berlin/Bielefeld. Seit Donnerstag können Bürger, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, ihre Immunisierung mit einem digitalen Impfzertifikat über das Handy nachweisen. Der digitale Impfnachweis wird nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seit der vergangenen Woche in Deutschland ausgerollt und über Apps zur Verfügung gestellt. Doch wie gelangen Geimpfte in OWL an ihren digitalen Nachweis? Wir liefern Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist der digitale Impfnachweis?

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums führt Deutschland den digitalen Impfnachweis als eine zusätzliche Möglichkeit zur Dokumentation der Corona-Schutzimpfung ein. „Geimpfte sollen damit Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff künftig auch personalisiert auf ihren Smartphones digital speichern können", erklärt ein Ministeriumssprecher. Das Angebot ist freiwillig und kostenlos. „Wenn Geimpfte keinen digitalen Impfnachweis besitzen, ist der Impfnachweis über das bekannte gelbe Heft weiterhin möglich und gültig." Ab Juli soll der digitale Impfnachweis laut Spahn auch für das grenzüberschreitende Reisen in der EU genutzt werden können.

Wie gelangen Geimpfte an ihren digitalen Impfnachweis?

Der digitale Impfnachweis wird nach Angaben des Gesundheitsministeriums dort generiert, wo die Impfung erfolgt, also entweder in der Arztpraxis oder in einem Impfzentrum. Diejenigen, die ihren Impftermin online über die KVWL gebucht haben, können sich die Unterlagen herunterladen. Alle anderen erhalten Post, erklärt das Gesundheitsamt Bielefeld. Für diejenigen, die über die Betriebsärzte, Hausärzte oder Krankenhäuser geimpft wurden, bestehe die Möglichkeit, über Ärzte und Apotheken einen digitalen Nachweis zu bekommen.

„Nach Eingabe oder Übernahme der Daten wird ein 2D-Barcode erstellt, den die Nutzer direkt mit dem Handy abscannen können oder auf einem Ausdruck mitbekommen und später einscannen können", erklärt der Sprecher des Gesundheitsministeriums. Dafür benötigen Geimpfte eine App, wie zum Beispiel die Cov-Pass-App, die Corona-Warn-App oder die Luca-App, die laut Ministerium kostenfrei zum Download bereitgestellt werden. Nutzer scannen den 2D-Barcode und die App generiert daraus den digitalen Impfnachweis als QR-Code.

Das Impfzertifikat enthält nach Angaben des Ministeriums nur Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften und sein Geburtsdatum. „Für Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, wird es eine App zur Prüfung des Impfzertifikats geben", sagt der Sprecher. Damit könne der Impfstatus ähnlich wie ein Barcode eines Flug- oder Bahntickets gescannt werden.

Was gilt für Menschen, die bereits geimpft wurden?

Das Gesundheitsministerium prüft aktuell verschiedene Möglichkeiten, um auch nachträglich digitale Impfnachweise zu erstellen. „Grundsätzlich soll die nachträgliche Ausstellung dort erfolgen, wo man geimpft worden ist. Wenn in den Impfzentren entsprechende Kontaktdaten vorliegen, sollen die QR-Codes möglichst automatisch per Post zugesandt werden", erklärt der Sprecher. „Außerdem könnten Ärzte und Apotheker nachträglich Impfnachweise ausstellen." Doch bislang hat sich dazu nur der Apothekerverband geäußert. Ob und in welcher Form Ärzte und Impfzentren nachträglich digitale Impfnachweise erstellen, ist nicht klar.

Wann geht es los?

Apotheken beginnen nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ab Montag mit der Ausstellung digitaler Impfnachweise. „Wir wollten so schnell wie möglich ein Werkzeug entwickeln, mit dem Apotheken sicher und rechtsverbindlich einen Impfnachweis digitalisieren können. Über das wohnortnahe Apothekennetz bringen wir den Impfnachweis am besten zu den Menschen", sagt der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Thomas Dittrich. „In den ersten Tagen wird die Zahl der Apotheken, die das Angebot machen, wahrscheinlich noch begrenzt sein. Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt."

Auch in Westfalen-Lippe rechnet der Apothekerverband mit reger Teilnahme. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Apotheken vor Ort bereit sind, diese Aufgabe zu übernehmen. Die Zahl der Nachfragen beim Verband zeigt, dass die Bereitschaft und das Interesse der Apotheken groß sind", erklärt Verbandssprecherin Nina Grunsky. Da sich Apotheker jedoch erst seit Mittwoch für die Aufgabe anmelden können, könne der Verband noch keine Zahlen nennen.

Auf dem Portal mein-apothekenmanager.de, auf dem Nutzer aktuell nach Apotheken suchen können, die Corona-Schnelltests anbieten, sollen Geimpfte laut Grunsky in den nächsten Tagen auch Apotheken finden können, die digitale Impfnachweise ausstellen.

Derzeit ist der Weg über die Apotheke auch die einzige Möglichkeit für diejenigen, die keinen (Online)-Termin über die KVWL gebucht haben. Denn in Praxen und Impfzentren können noch keine elektronischen Impfzertifikate ausgestellt werden. Denn viele Softwarehersteller befänden sich noch in der technischen Entwicklung und Erprobung der Verfahren, so die KVWL. Auch müssten noch verschiedene Datenschutzaspekte geklärt werden.

„Die Hausärzte sind offen für den Einsatz, aber eine unbürokratische und technisch einfache Lösung ist zwingend notwendig", sagte eine Sprecherin des Hausärzteverbandes Nordrhein. Bis Mitte Juli solle eine technische Lösung bereitstehen, die das Ausstellen der Impfzertifikate direkt aus dem Praxisverwaltungssystem ermögliche.

Welche Nachweise müssen Geimpfte mit in die Apotheke bringen?

„Die Apotheker prüfen zum einen die Impfdokumentation durch den Impfpass oder die Impfbescheinigung sowie die Identität der geimpften Person durch den Personalausweis oder Pass", erklärt Grunsky. Welche Nachweise Genesene mitbringen müssen, die für einen vollständigen Impfschutz nur einmal gegen das Coronavirus geimpft werden, sei noch nicht klar.

Zudem sollten Geimpfte nach Angaben Grunskys darauf achten, dass sie Apotheken aufsuchen, die sich in der Nähe des Impfzentrums oder der Arztpraxis befinden, in der die Impfung verabreicht wurde. „In der Regel soll die Ausstellung des Impfnachweises durch die Apotheken nur erfolgen, wenn die Impfung in räumlicher Nähe, also in derselben Kommune oder im selben Kreis stattgefunden hat", erklärt Grunsky. Damit soll Missbrauch verhindert werden, weil Apotheker die Ärzte und Impfzentren in ihrer Umgebung kennen." In begründeten Einzelfällen sind Abweichungen aber möglich."

Braucht es einen digitalen Impfpass zum Reisen?

Nein, denn: Die 1. Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, Anke Richter-Scheer, verwies darauf, dass die internationalen Impfausweise weiterhin gültig seien. Es bleibe grundsätzlich jedem selbst überlassen, ob er den elektronischen Ausweis ausstellen lasse oder nicht. Unabhängig davon, mit welchem Impfausweis man sich ausweist, wird zusätzlich das Vorzeigen eines weiteren Ausweises, wie den Personalausweis, verlangt.

Mit Material der dpa

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