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Impfausweis: An einer Schule in Söhlde wird kontrolliert, ob alle Schüler geschützt sind. - © picture alliance/dpa
Impfausweis: An einer Schule in Söhlde wird kontrolliert, ob alle Schüler geschützt sind. | © picture alliance/dpa

Gesundheit Masernkranker besucht Adventsbasar - Schule kontrolliert nun Impfausweise

04.12.2019 | Stand 04.12.2019, 15:05 Uhr

Hildesheim (dpa). Nach einem erneuten Ausbruch von Masern im Landkreis Hildesheim werden an einer Schule am Mittwoch die Impfausweise der Schülerinnen und Schüler kontrolliert. Auch sämtliche dort Beschäftigte sollen überprüft werden, teilte der Landkreis mit. Hintergrund ist, dass ein Masernkranker am vergangenen Freitag den Adventsbasar der Schule in Söhlde besucht hatte. Nun soll untersucht werden, ob er die Krankheit dort weiterverbreitet hat. Im Landkreis hatte sich ein Erwachsener während einer Thailandreise infiziert und nach seiner Rückkehr drei Menschen angesteckt, darunter einen Säugling aus dem Kreis Peine. Einer der drei Infizierten besuchte den Basar der Schule in Söhlde, er hatte nach Angaben des Landkreises vorher nur flüchtigen Kontakt mit dem Erkrankten gehabt, sich aber trotzdem angesteckt. Mann wusste nicht, dass er hoch ansteckend war Die Behörde geht davon aus, dass der Thailandreisende die anderen Menschen unwissentlich ansteckte, weil er zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht wusste, dass er Masern hatte und hoch ansteckend war. Unterdessen sind in NRW immer mehr Kinder nach neuesten Zahlen völlig ohne Impfschutz. Mehr als 10.200 Kinder in NRW waren im Jahr 2017 ungeimpft. Sie haben nicht die 13 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen erhalten. Das zeigen NRW-Daten aus dem Barmer Arzneimittelreport 2019. Zwar erzielt NRW demnach im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern höhere Impfquoten bei jungen Kindern. Negativtrend bei Immunisierungen Dennoch gibt es hier einen Negativtrend bei den Immunisierungen.„Seit dem Jahr 2011 ist der Anteil der hiesigen Zwei- bis Sechsjährigen ohne jegliche Impfung gestiegen. Der Trend, komplett auf Impfschutz zu verzichten, ist besorgniserregend", sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer. Die Entwicklung erfordere Handlungsbedarf auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen. „Seit dem Jahr 2011 ist der Anteil der hiesigen Zwei- bis Sechsjährigen ohne jegliche Impfung gestiegen. Der Trend, komplett auf Impfschutz zu verzichten, ist besorgniserregend", sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer. Das neue Masernschutzgesetz dürfte ab März 2020 zu höheren Impfquoten bei Heranwachsenden führen. „Eine verpflichtende Impfung von Kindern allein kann das Risiko einer Masern-Epidemie nicht eindämmen. Um Impflücken zu schließen, ist eine konsequente Erinnerung auch im Erwachsenenalter wichtig", warnt Beckmann.

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