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Schaulustige fotografieren mit ihren Smartphones eine Unfallstelle. Polizeigewerkschaften wollen, dass härter mit Gaffern umgegangen wird. - © picture alliance/dpa
Schaulustige fotografieren mit ihren Smartphones eine Unfallstelle. Polizeigewerkschaften wollen, dass härter mit Gaffern umgegangen wird. | © picture alliance/dpa

Düsseldorf Polizeigewerkschaft schlägt vor, Gaffern das Handy abzunehmen

Der zweite Verband, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), macht sich laut RP für Kameras an den Einsatzfahrzeugen stark, die am Einsatzort die Gaffer automatisch filmen.

12.06.2019 | Stand 12.06.2019, 11:18 Uhr

Düsseldorf (dpa). Nachdem an Pfingsten Gaffer wieder Rettungskräfte behindert haben, schlägt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in NRW vor, ihnen die Smartphones wegzunehmen. Das berichtet die Rheinische Post (RP). „Die Sicherstellung ihrer Handys würde einen nachhaltigen Eindruck auf die Täter und potentielle Nachahmer machen", sagte der Landesvorsitzende Erich Rettinghaus. Der zweite Verband, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), macht sich laut RP für Kameras an den Einsatzfahrzeugen stark, die am Einsatzort die Gaffer automatisch filmen. „Wir müssen sie mit ihren eigenen Mitteln schlagen", sagte GdP-Landeschef Michael Mertens. Die technischen Voraussetzungen dafür seien gegeben. „Nur die Politik muss es auch wollen", so Mertens. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der RP: „Gaffer sollten sich schämen. Und sich selbst einmal fragen, ob sie in einer solchen Notsituation angestarrt und gefilmt werden wollten." Er frage sich „manchmal, ob einige Menschen durch zu viel gucken von Filmchen im Netz nicht den Bezug zur Realität verloren haben", zitiert die Zeitung den Innenminister. Polizist wird durch Reaktion auf Gaffer zum Helden im Netz Erst am Dienstag haben Gaffer die Maßnahmen der Rettungskräfte nach einem schweren Verkehrsunfall in Mönchengladbach behindert. Eine 56-Jährige war dort mit ihrem Auto gegen einen Ampelmast gefahren und tödlich verletzt worden. Während des Rettungseinsatzes musste ein Sichtschutz errichtet werden. Erst vor kurzem hatte ein Polizist für Aufsehen gesorgt, nachdem er ungewöhnlich auf Gaffer reagiert hatte. Während der Rettungsarbeiten bei einem tödlichen Unfall auf der A6 hatte Polizist Stefan Pfeiffer mehrere Männer zur Rede gestellt. "Sie wollen tote Menschen sehen? Dann folgen Sie mir doch einfach", hatte er einen Lkw-Fahrer provokativ aufgefordert. "Sie müssen 128,50 Euro Strafe zahlen, weil sie Bilder von dem Unfall gemacht haben. Schämen Sie sich", machte Pfeiffer ihm klar. Im Nachhinein wurde die Reaktion Pfeiffers von vielen gefeiert. Nicht nur bei Verkehrsunfällen kommt es zu Behinderungen der Einsatzkräfte durch Gaffer. Erst diesen Monat behinderten Schaulustige in Gütersloh Polizisten dabei, als sie einen Mann abführen wollten.

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