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Heiratspläne mit Lebensgefährten: Katholische Kirche gestattet homosexuellem Lehrer keine Festanstellung. - © Symbolfoto dpa
Heiratspläne mit Lebensgefährten: Katholische Kirche gestattet homosexuellem Lehrer keine Festanstellung. | © Symbolfoto dpa

Borken Schwuler Lehrer darf nicht an Schule in Borken unterrichten

Seine Homosexualität wäre nicht mit der kirchlichen Vorstellung vereinbar

Fabian Herbst
26.09.2018 | Stand 26.09.2018, 18:32 Uhr

Borken. Aufgrund seiner Homosexualität hat ein Referendar am Gymnasium Mariengarden in Borken im Münsterland keinen Arbeitsvertrag erhalten. Der Englisch- und Biologielehrer hatte angekündigt, seinen Lebensgefährten heiraten zu wollen. Für den Oblatenorden in Mainz, den katholischen Träger der Schule, ist dies untragbar: „Die kirchliche Vorstellung von Ehe und Familie ist nicht mit der Lebensführung des betreffenden Referendars vereinbar", heißt es in einer Mitteilung des Ordens. „Deshalb war es uns nicht möglich, ihm einen Arbeitsvertrag anzubieten." Das Gymnasium um Schulleiter Michael Brands hätte den Lehrer gerne übernommen. Auch das Lehrerkollegium hielt ihn für eine qualifizierte Kraft. Bei der Personalentscheidung sind Brands aber die Hände gebunden. Der Orden als Träger der Schule entscheidet über Personalplanung Als Referendar war der Betreffende Angestellter des Landes Nordrhein-Westfalen. Für eine Festanstellung am Gymnasium wäre ein Arbeitsvertrag mit dem Orden notwendig gewesen. Laut Orden sei die Entscheidung sehr schwer gefallen. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen Schulleitung, Schulträger, Elternschaft, Kollegium und Schülervertreter, dass man sich weiterhin als offene Schule verstehe. „Viele Schüler, Lehrer, auch Eltern sind betroffen, irritiert oder empört", heißt es dort. Mariengarden sei eine gute Schule, sagt Schulleiter Micheal Brands. Doch jetzt müsse man das Problem in Borken ausbaden, „was meiner Meinung nach in der Kirche geändert werden müsste", betont Brands. Seit Bekanntwerden der Thematik stünde das Telefon des Schulleiters nicht mehr still. Schüler wollen morgen mit Protestaktion ein Zeichen für Toleranz setzen „Dass das bei vielen auf Unverständnis stößt, ist uns klar. Aber wir müssen hier eine einheitliche Linie fahren", sagt Pater Christoph Heinemann, Sprecher des Oblatenordens in Mainz. Der Lehrer könne mit seiner fachlichen Qualifikation auch anderswo eine Anstellung finden, sagt Heinemann. Besonders die Schüler zeigen sich über den Rauswurf empört. Mit einer Protestaktion in der großen Pause wollen sie nach Angaben der Schulleitung heute ein Zeichen für Toleranz setzen. Der Schulträger begrüßte das Engagement. „Wir treten dafür ein, dass junge Menschen ihre Meinung sagen und sich auch engagieren für andere", sagt Heinemann. Es sei wichtig, in solch einer Situation ins Gespräch zu kommen und den Dialog zu suchen. Laut Medienberichten hat der Referendar mittlerweile eine Stelle an einer staatlichen Schule gefunden.

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