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Rückkehr zu G9: Schüler zeichnen den Weg der Landesregierung an eine Tafel. - © Söderblom-Gymnasium
Rückkehr zu G9: Schüler zeichnen den Weg der Landesregierung an eine Tafel. | © Söderblom-Gymnasium

Düsseldorf Bündnis von G8-Gegnern lehnt Wahlfreiheit für Gymnasium ab

Bildung: Ein einzigartiger Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Schulleitern, Eltern sowie den Kommunen und Kreisen in NRW fordert eine ausnahmslose Rückkehr zu G9. Die geplante Entscheidungsfreiheit für oder gegen G8 lehnt die Initiative ab.

Carolin Nieder-Entgelmeier
22.12.2017 | Stand 06.03.2018, 13:25 Uhr

Düsseldorf. Die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen beschlossen. Die Pläne von Schulministerin Yvonne Gebauer stoßen trotzdem auf heftige Gegenwehr, denn die FDP-Politikerin will den Gymnasien im Land Wahlfreiheit geben, damit sie selbst entscheiden, ob sie zu G9 zurückkehren oder bei G8 bleiben. Um das zu verhindern, haben sich die großen Bildungsgewerkschaften, Elternvertretungen und Direktorenvereinigungen mit dem Landkreistag und dem Städte- und Gemeindebund NRW in einem einzigartigen Zusammenschluss positioniert. In einer gemeinsamen Stellungnahme an das NRW-Schulministerium sprechen sich die Organisationen für eine „konsequente Wiedereinführung der neunjährigen Gymnasialzeit an allen Gymnasien in NRW" aus. „Die Schaffung einer Möglichkeit zum Verbleib im bislang praktizierten System lehnen wir ebenso ab wie die Schaffung einer Möglichkeit zur Neugründung von Gymnasien mit achtjähriger Schulzeit. In der Folge soll es auch eine Möglichkeit zum Systemwechsel nicht geben." Der Landkreistag und der Städte- und Gemeindebund NRW haben sich mit den Bildungsgewerkschaften Verband Bildung und Erziehung (VBE), Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in NRW, mit der Landeselternkonferenz und der Landeselternschaft der Gymnasien in NRW sowie mit der westfälisch-lippischen und der rheinischen Direktorenvereinigung zusammengeschlossen. Forderung nach einer stringenten Rückkehr zu G9 „Ein so deutliches und starkes Signal gegen G8 muss Gehör finden. Ob kommunale Spitzenverbände, Bildungsgewerkschaften oder Elternvertretungen: Wir alle sind entschieden für eine stringente Rückkehr zu G9", erklärt der VBE-Vorsitzende in NRW, Stefan Behlau. Die unterzeichnenden Organisationen stufen den Anteil der Eltern und Schulen, die einen Verbleib in G8 wünschen, als deutlich kleiner ein als von der Landesregierung angenommen. „Sowohl wir als Lehrerverband als auch Elternverbände erhalten eindeutige Rückmeldungen ihrer Mitglieder gegen eine Wahlmöglichkeit zu G8." Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler könnten bei Bedarf eine Klasse überspringen. „Die konsequente Wiedereinführung bedeutet auch mehr Chancengleichheit. Nur eine konsequente Rückkehr zu G9 in ganz NRW schafft die Voraussetzung, die Durchlässigkeit für Schüler zu vereinfachen. Um das zu ermöglichen, fordert der VBE ebenso die Einführung der zweiten Fremdsprache ab der siebten Klasse und nicht wie bei G8 bereits ab der sechsten Klasse."

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