0
Scheiterten mit der Berufung: Rechtsanwalt Jann Henrik Popkes und sein Mandant Volker Dierk. - © Dirk-Ulrich Brüggemann
Scheiterten mit der Berufung: Rechtsanwalt Jann Henrik Popkes und sein Mandant Volker Dierk. | © Dirk-Ulrich Brüggemann

Ostwestfalen-Lippe Der Streit um den Tor-Unfall geht in die nächste Runde

Revision: Rechtsanwalt des beschuldigten Übungsleiters zweifelt Landgerichtsurteil an

Dirk-Ulrich Brüggemann
01.11.2015 | Stand 31.10.2015, 15:49 Uhr

Augustdorf. Das Verfahren um den Tor-Unfall von Augustdorf wird vor dem Oberlandesgericht Hamm in die dritte Runde gehen. Jann Henrik Popkes, Rechtsanwalt des verurteilten ehemaligen Jugendobmann Volker Dierk, hat einen Revisionsantrag gestellt. Ob und wann dieser Antrag in Hamm verhandelt wird, steht noch nicht fest. Das Landgericht Detmold und auch das Amtsgericht waren seinerzeit zu dem Schluss gekommen, dass Volker Dierk in seiner Funktion als Jugendvorstand Anfang des Jahres 2013 ein Jugendfußballturnier in einer Sporthalle in Augustdorf gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern organisiert und dabei die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten objektiv sorgfaltswidrig und subjektiv vorwerfbar verletzt habe. Während der D-Jugend-Kreismeisterschaften hatte sich am 12. Januar 2013 der damals elfjährige Fynn-Luca R. mit seinen Mannschaftskameraden der SpVG Hagen-Hardissen in einem Nebenraum der Sporthalle aufgewärmt. Als der von den Kindern mitgebrachte Ball von einem Spieler an die Latte eines dort gelagerten Handballtores prallte, fiel das damals ungesicherte Tor um und auf die rechte Gesichtsseite des Jungen. Betreuer und Eltern waren zum Zeitpunkt des Unfalls nicht in dem Nebenraum der Sporthalle anwesend.Kein Hausmeister, sondern Betreuer Popkes sieht in seinem Antrag seinen Mandaten nicht in der Pflicht, die Sicherheit in der Halle zu garantieren. Weiter stellt er fest, dass Volker Dierk nichts vorzuwerfen sei, was die Unfallgefahr in der Halle während des Turniers heraufbeschworen habe. Sein Mandant sei auch nicht Hausmeister der Sporthalle, in der sich das Unglück ereignet habe, schreibt Popkes in der Begründung für seinen Revisionsantrag. Volker Dierk sei als Betreuer und Trainer seiner eigenen Jugendmannschaft in der Halle gewesen und nicht in seiner Funktion als damaliges Vorstandsmitglied des Vereins. Während des Turniers sei mit dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden ein ranghöherer Vereinsverantwortlicher in der Halle gewesen. Aus diesem Grund zweifelt Rechtsanwalt Popkes die vom Landgericht Detmold festgestellte Garantenstellung seines Mandanten an. Popkes betont ins seinem Antrag auch, dass Volker Dierk darauf vertrauen durfte, dass die auswärtigen Betreuer und Trainer der Gastmannschaft von der SpVG Hagen-Hardissen bei ihrer Kindermannschaft geblieben sind und als Garanten für ihre eigenen Kinder die Beschilderung beachtet hätten, wonach die Nebenhalle nur unter Aufsicht zum Aufwärmen hätte betreten werden dürfen.

realisiert durch evolver group