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Auf dem Sprung nach Düsseldorf: Christina Kampmann. - © Raimund Vornbäumen
Auf dem Sprung nach Düsseldorf: Christina Kampmann. | © Raimund Vornbäumen

Bielefeld Interview mit designierter Ministerin Christina Kampmann

35-Jährige SPD-Bundestagsabgeordnete wechselt ins Familienministerium in Düsseldorf

Andrea Rolfes
22.09.2015 | Stand 22.09.2015, 11:52 Uhr

Bielefeld. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Christina Kampmann (35) wird neue Familienministerin des Landes NRW. Im Interview mit Andrea Rolfes erzählt die Bielefelderin, dass ihr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders am Herzen liegt. Frau Kampmann, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft holt Sie als neue Familienministerin nach Düsseldorf. Hat das Ihr Leben schon verändert? Christina Kampmann: Ich war sehr überrascht, als die Ministerpräsidentin anrief und mich fragte, ob ich den Ministerposten übernehmen möchte. Das ist erst ein paar Tage her. Seither ging alles ganz schnell. So schnell, dass ich gar keine Zeit hatte, es meinen Eltern zu erzählen. Die haben es erst aus der Zeitung erfahren. Was haben Ihre Eltern dazu gesagt, dass ihre Tochter Landesministerin wird? Kampmann: Sie haben sich gefreut, waren aber auch sehr überrascht. Eine ähnliche Situation gab es schon einmal. Sie kennen das also schon und haben sich daran gewöhnt. Der Einzug in den Bundestag kam ja auch überraschend. Erst vor zwei Jahren sind Sie in den Bundestag eingezogen. Jetzt sind Sie 35 Jahre und übernehmen als Ministerin eine wichtige Aufgabe in der Landesregierung. Kampmann: Ja, das ist eine große Verantwortung. Das ist mir bewusst. Aber ich fühle mich dazu bereit. Das Familienministerium passt gut zu mir. Außerdem wäre es schade, wenn Politik ausschließlich von Männern über 60 gemacht werden würde. Wann beziehen Sie Ihr neues Büro in Düsseldorf? Kampmann: Ich gehe davon aus, dass ich am 1. Oktober vereidigt werde. Bis dahin geht es erst mal zurück nach Berlin. Da steht die normale Arbeit im Bundestag an. Das ist in zwei Wochen. Da bleibt wenig Zeit, sich vorzubereiten. Es kommen ja ganz neue Themenfelder auf Sie zu. Kampmann:Ja, stimmt. Aber ein Sprung ins kalte Wasser ist es immer. Ich habe mir die Aufgabe genau angeguckt und bereits angefangen, mich einzuarbeiten. Die Integration von Flüchtlingskindern wird ein wichtiger Schwerpunkt meiner Arbeit sein. Mit diesem Thema habe ich mich schon im Innenausschuss des Bundestags beschäftigt und kenne die Problemfelder. Im Bundestag haben Sie sich besonders mit der Digitalisierung der Arbeitswelt befasst. Jetzt geht es um Familie, Kinder, Kultur und Sport. Kampmann: Ja. Ich habe großen Respekt vor den vielen unterschiedlichen Themen, die im Ministerium anfallen. Ute Schäfer hat einen sehr guten Job gemacht und viel Erfahrung mitgebracht. Ich werde den Familienbericht, den sie im Sommer dieses Jahres vorgelegt hat, auch als Grundlage meiner Arbeit nutzen. Ein Schwerpunkt wird ganz sicher die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sein. Denn ein zentrales Ergebnis des Bildungsberichts war, dass viele Eltern zu wenig Zeit für ihre Kinder haben. Wie wollen Sie das ändern? Kampmann: Es soll einen Gipfel mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Thema geben. Ich glaube, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt großes Potenzial birgt. Hier liegen viele Chancen, um Familien entlasten zu können. Insofern bin ich froh, dass ich mich als Bundestagsabgeordnete mit dem Thema intensiv beschäftigt habe. Das klingt ja schon nach konkreten Ideen. Kampmann:Ja, ich habe mir schon viele Gedanken gemacht. Ich freue mich auf die Aufgabe und bereite mich gut vor. Es ist ein abwechslungsreiches und spannendes Feld. Wichtig ist mir auch, dass ich als Ministerin nicht nur mit Erwachsenen spreche. Ich möchte Kinder und Jugendliche direkt einbinden und das Gespräch mit ihnen suchen.

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