Dieser barregrüne Lieferwagen Opel Modell 4/20 aus dem Jahr 1927 mit 20 PS gehört zum Brauereifuhrpark. - © FOTO: TYLER LARKIN
Dieser barregrüne Lieferwagen Opel Modell 4/20 aus dem Jahr 1927 mit 20 PS gehört zum Brauereifuhrpark. | © FOTO: TYLER LARKIN

INTERVIEW: Christoph Barre spricht über die Chancen seiner traditionsreichen Privatbrauerei

"Glaubwürdig, authentisch, würzig"

Lübbecke. Christoph Barre liebt das Sommerwetter – auch aus beruflichen Gründen. Scheint die Sonne, trinken die Menschen Bier – und für die Brauerei, die er in der sechsten Generation führt, klingelt die Kasse. Wie sich die Privatbrauerei gegen die Konzerne behauptet, welches Bier er am liebsten trinkt erklärt Barre im Interview mit Stefan Schelp.

Für Sie als Brauer ist der Sommer doch sicherlich ein Segen.
BARRE: Gutes Wetter ist der beste Verkäufer im Biermarkt. Im Moment haben wir sehr gute Bedingungen. Die Sonne lacht, wir liegen noch außerhalb der Sommerferien in NRW, und als I-Tüpfelchen haben wir die Fußball-WM. In der Summe ergibt das einen erheblichen Hebel. Wir verkaufen im Moment doppelt so viel Bier und Biermischgetränke wie in einem Wintermonat wie November. Bei aller derzeitigen Euphorie dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir in den ersten Monaten dieses Jahres erheblich unter dem zu kalten Wetter gelitten haben.

Information

Die sechste Generation


Christoph Barre führt die Privatbrauerei Barre seit 1998. Er ist bereits die sechste Generation an der Spitze des 1842 gegründeten Familienunternehmens. Die Brauerei hat 110 Mitarbeiter, sie erzielten 2009 einen Ausstoß von 155.000 Hektoliter. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr rund 18 Millionen Euro. Das Barre-Kernland ist das Gebiet im 50-Kilometer-Radius rund um Lübbecke. Christoph Barre engagiert sich im Arbeitgeberverband, außerdem ist er Präsident des Bundes Freier Brauer. Zu dieser Vereinigung gehören 36 Brauereien im Privatbesitz, die sich gegen die Marktmacht der Großkonzerne stemmen.

Ob auch die siebte Generation Barre ins Brauereigeschäft einsteigt, ist noch offen. Christoph Barres drei Töchter haben noch Zeit mit der Berufswahl. Sie sind 5, 8 und 10 Jahre alt. (sch)

Welches Bier trinken Sie zum – leider nur – kleinen Finale?
BARRE: Da greife ich zum Barre-Festbier – das Bier für besondere Momente Es ist bernsteinfarben und hat ein angenehmes Malzaroma. Es hat diese gewisse Leichtigkeit und eine sehr angenehme Hopfennote.

Und wie schmecken Ihnen die anderen Barre-Sorten?
BARRE: Wir bieten insgesamt 11 verschiedene Sorten an. Welche Biersorte ich gerade präferiere, hängt vom jeweiligen Anlass und der Umgebung ab. Alles hat seine Zeit. Ich trinke auch gern mal ein Biermischgetränk. Dazu gehört das Barre-Alster – welches im Jahr 1999 nach seiner Markteinführung eine Alleinstellung im Markte hatte und aufgrund seines Erfolgs ein Vorreiter für die ganze norddeutsche Branche wurde, außerdem Barre-Alt-Schuss, Barre-Lemon und Barre-Weizen-Grape.

Erreichen Sie damit die jüngeren Menschen?
BARRE: Jüngere Menschen, aber vor allem auch Frauen. Die lieben die Mischgetränke, wahrscheinlich weil sie weniger herb sind. Der Sport spielt auch eine wichtige Rolle. Die Mischgetränke erfrischen – und insbesondere Sportler schätzen die Tatsache, dass unsere Biermischgetränke kalorienreduziert sind.

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