Die MVA in Bielefeld. - © FOTO: A. FRÜCHT
Die MVA in Bielefeld. | © FOTO: A. FRÜCHT

Bielefeld Stadtwerke Bielefeld übernehmen MVAs

Kauf in drei Stufen / Regionale Beteiligung erwünscht

VON LOTHAR SCHMALEN

Bielefeld. Der Millionen-Deal ist perfekt: die Stadtwerke Bielefeld und der bisherige Haupteigentümer der Müllverbrennungsanlagen in Bielefeld und Hameln (Niedersachsen), die EEW Energy from Waste GmbH (Helmstedt), haben den Kaufvertrag für die Übernahme der EEW-Anteile an den beiden Anlagen durch die Bielefelder unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. In Branchenkreisen wird davon ausgegangen, dass die 61,2-Prozent-Anteile der EEW über 120 Millionen Euro wert sind.

Die Stadtwerke Bielefeld wollen Kreise und Kommunen der Region künftig stärker als bisher als Eigentümer der Verbrennungsanlagen mit ins Boot nehmen. Das Beteiligungsangebot richtet sich vor allem an die Kreise und Kommunen, die schon bisher ihren Müll zur MVA in Bielefeld-Heepen bringen (Herford, Lippe, Höxter und Paderborn). Am Ende, so sehen es die Bielefelder Pläne vor, könnten die regionalen Partner mindestens 25 Prozent an der Betreibergesellschaft der beiden Anlagen, der Interargem-Entsorgungsgesellschaft, halten. Eine erste Gesprächsrunde mit den Interessenten unter Beteiligung der Bezirksregierung ist für Ende November geplant.

Mit dem bisherigen Haupteigentümer der Verbrennungsanlagen, der EEW (schwedische Investorengruppe EQT: 51 Prozent, Eon: 49 Prozent), haben die Stadtwerke eine dreistufige Übernahme vereinbart. Rückwirkend zum 1. Juli dieses Jahres steigt der Bielefelder Anteil von 35,7 auf 45,7 Prozent, zum 1. Januar 2017 kommen weitere 5 Prozent dazu, sodass die Bielefelder von diesem Zeitpunkt an die Mehrheit an der Betreibergesellschaft besitzen. Bis spätestens Ende 2021 sollen dann die restlichen 46 Prozent Prozent EEW-Anteile den Eigentümer wechseln.

"Die Interargem ist wettbewerbsfähig. Die beiden Anlagen in Bielefeld und Hameln decken die Müllverbrennungskapazitäten, die im Großraum Ostwestfalen benötigt werden, ab", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm Rieke. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Die beiden Anlagen (Kapazität in Bielefeld: 400.000 Tonnen, in Hameln 300.000 Tonnen Müll) sind zu 90 Prozent ausgelastet.

In Bielefeld wurden im Jahr 2012 insgesamt 375.000 Tonnen, in Hameln 252.000 Tonnen Müll verbrannt. Nebenbei werden dort 290 Millionen Kilowattstunden Strom (das reicht für 80.000 Haushalte) und 519 Millionen Kilowattstunden Fernwärme (50.000 Haushalte) produziert. Der gesamte Jahresumsatz beläuft sich auf 96,8 Millionen Euro. Dass dabei ein Jahresergebnis von 20,7 Millionen Euro heraussprang, zeigt, wie rentabel die Anlagen sind.

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