Erstes Spiel, erster Volltreffer

Erfolgreiche Neulinge auf den Internationalen Spieletagen in Essen

VON STEFAN DUCKSCH
Erstes Spiel, erster Volltreffer - © Wirtschaft
Erstes Spiel, erster Volltreffer | © Wirtschaft

Gütersloh/Essen. Erstes Spiel, erster Volltreffer: Es ist gerade mal ein Jahr her, dass der Miniverlag Feuerland-Spiele aus Eppstein auf der SPIEL in Essen sein Debüt gab. 2013 kennt ihn bereits jeder Spielefan. Denn für seinen Strategiekracher "Terra Mystica" erhalten die Macher heute Abend kurz vor Messestart den Deutschen Spielepreis verliehen. Davon träumen auch andere Verlage und Jung-Autoren.

"Das ist natürlich super und ein Ritterschlag durch die breite Masse", freute sich Frank Heeren (43), einer der beiden Geschäftsführer von Feuerland-Spiele, über die Auszeichnung. Vor einem Jahr war es noch ein Wagnis, das komplexe Spiel "Terra Mystica" mit seiner üppigen Ausstattung zum Preis von 60 Euro auf den Markt zu werfen. Aber die Spieler liebten die Aufgabe, Landschaften für die Ausbreitung ihrer Völker umzuformen. Bereits kurz nach der Messe war das Spiel ausverkauft.

Mittlerweile hat Feuerland unglaubliche 32.000 "Terra Mystica" produziert und macht damit ordentlich Gewinn. Aus dem einmaligen Versuch ist ein gutes Geschäft geworden,das weiter geht. In Essen erscheint mit "Die Glasstraße" das zweite Spiel. Es stammt aus der Werkstatt des Erfolgsautors Uwe Rosenberg aus Gütersloh ("Bohnanza", "Agricola"), dem zweiten Chef bei Feuerland. "So eine Auszeichnung wie der Deutsche Spielepreis gibt den Halt, um weiterzumachen", sagt Rosenberg (43), "wir brauchen als Kleinverlag die Beachtung der Fans."

Autor Helge Ostertag, Grafiker Denis Lohausen, die Geschäftsführer Uwe Rosenberg und Frank Heeren sowie Autor Jens Drögemüller (v. l.) - © FOTO: DUCKSCH
Autor Helge Ostertag, Grafiker Denis Lohausen, die Geschäftsführer Uwe Rosenberg und Frank Heeren sowie Autor Jens Drögemüller (v. l.) | © FOTO: DUCKSCH

Nach dem Start von null auf hundert hat das Duo jedenfalls Lust bekommen, das Projekt "Feuerland-Spiele" fortzusetzen. Frank Heeren liebäugelt bereits damit, seinen Hauptjob als IT-Programmierer hinten anzustellen und ganz auf den Spieleverlag zu setzen. "Dazu bräuchten wir aber mindestens zwei bis drei neue Spiele pro Jahr", sagt er. Für Rosenberg selbst ist das kein Problem. Er kann als einer der wenigen deutschen Spieleautoren von seinem Job leben.

Da möchte wohl auch Gerhard Hecht gerne einmal hinkommen. Er steht als Neuling aber noch am Anfang. In Essen erscheint beim bekannten Kosmos-Verlag sein allererstes Spiel "Kashgar - Händler der Seidenstraße". Seit langen Jahren entwickelt der 46-Jährige aus dem oberbayerischen Egling Spiele, nun endlich erscheint auch mal eines. "Das war ein Lebenstraum von mir", sagt Hecht, "es ist unglaublich, ich freue mich auf diese Messe."

Dann werden die Spieler wie er früher selbst an den Tischen sitzen und diesmal sein Spiel ausprobieren. Und Hecht wird mitfiebern, wie es ankommt. Denn "Kashgar" ist seit langen Jahren fertig, wurde beim Verlag thematisch immer wieder überarbeitet: Zunächst ging es um Bauwerke, dann um Weinhandel, schließlich um Gewürze. "Ich habe schon meine Felle davonschwimmen sehen, doch jetzt ist endlich da", sagt Hecht.

Der IT-Projektleiter hat seine besten Einfälle beim Autofahren. Eineinhalb Stunden pendelt er täglich zu seinem Arbeitgeber nach München. Da kann man schon auf einige Ideen kommen. Offenkundig mit Erfolg: 2015 soll sein nächstes Spiele erscheinen - wenn denn alles klappt. Jetzt feiert aber erst einmal "Kashgar" seine Premiere.

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