Patrick Merke, Thomas Niehoff, Mandy Pastohr, Wolf Dietrich Meier-Scheuven, Marina Dresselhaus, Klaus Lütkemeier, Georg Bode und Michael Werner (v.r.). - © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Patrick Merke, Thomas Niehoff, Mandy Pastohr, Wolf Dietrich Meier-Scheuven, Marina Dresselhaus, Klaus Lütkemeier, Georg Bode und Michael Werner (v.r.). | © FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Zukunftsforum der IHK mahnt Maßnahmen an

Fachkräfte müssen gebunden werden

VON MARTIN KRAUSE

Bielefeld. Das Thema "Fachkräfte" ist in den vergangenen Jahren zu einem Dauerbrenner avanciert. Die Pessimisten unken von einem drohenden Fachkräftemangel, die Optimisten empfehlen rechtzeitige Maßnahmen zur Fachkräftesicherung.

Die Unternehmer in Ostwestfalen-Lippe haben doppelten Grund, sich mit der Problematik zu beschäftigen, wie beim IHK-Zukunftsforum "Fachkräftesicherung im Mittelstand" gestern in Bielefeld deutlich wurde: Erstens, weil der demographische Wandel die Region nicht verschonen wird und etwa in den Kreisen Lippe und Höxter bis 2030 ein zweistelliger Bevölkerungsschwund zu erwarten ist. Zugleich werde der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter kräftig sinken, wie Mandy Pastohr vom RKW-Kompetenzzentrum in Eschborn erklärte - der Nachwuchs wird knapp. Daher sei es ratsam, rechtzeitig nach Ansatzpunkten für die Mitarbeiterbindung zu suchen: Was macht Arbeitgeber attraktiv?

Zweitens hat die Region OWL zusätzlich ein Imageproblem, was an einer "verzerrten Außenwahrnehmung" liegt, wie Klaus Lütkemeier glaubt. Lütkemeier ist "Director Human Resources Management" beim Elektrotechnikkonzern Phoenix Contact in Blomberg, er kümmert sich also um die Personalpolitik, und auch wegen der ländlichen Lage der Konzernstandorte Blomberg und Bad Pyrmont gehört die Anziehungskraft der Region zu seinem täglichen Geschäft.

Welche Kriterien für die Wahl eines Arbeitgebers entscheidend sind, sei unter anderem eine Frage des Alters, sagte Mandy Pastohr. Allgemein seien geregelte Arbeitszeiten weniger bedeutend als etwa die Inhalte der Arbeit und die Eigenverantwortlichkeit des Tuns. Wichtig sei es, nach der Analyse der eigenen Personalsituation zu konkreten Maßnahmen zu finden - etwa zu flexibleren Arbeitszeiten oder besseren Weiterbildungsangeboten. Mitarbeitergespräche seien hilfreich, so Pastohr, und das betonte auch Lütkemeier: "Fragen Sie Ihre Mitarbeiter", empfahl er, "wir tun das seit den 90er Jahren." Auch die Beobachtung des Bewertungsportals kununu.com könne hilfreich sein.

Michael Werner, Manager des Netzwerkes Xing, warb für die Dienste seiner Plattform zur Mitarbeitergewinnung. Dort könnten Kandidaten direkt angesprochen werden. Immer mehr Firmen setzten auf aktive Rekrutierung, so Werner.

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