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Autoexperte: "Raus aus der Öko-Ecke"

Interview mit Stefan Bratzel über Elektromobilität und Fahrspaß

21.08.2013 | Stand 21.08.2013, 07:32 Uhr
Der Autoexperte Stefan Bratzel.
Der Autoexperte Stefan Bratzel.
"Raus aus der Öko-Ecke" - © Wirtschaft
"Raus aus der Öko-Ecke" | © Wirtschaft

Bielefeld. Alle zwei Jahre elektrisiert die Internationale Automobilausstellung IAA die Menschen. Auch Autoexperte Stefan Bratzel lässt sich anstecken - und schwärmt im Interview mit Stefan Schelp von der neuen Elektromobilität.

Herr Bratzel, in rund vier Wochen beginnt in Frankfurt die Internationale Automobilausstellung IAA. Was gucken Sie sich als Erstes an?
STEFAN BRATZEL:
Die Elektromobilität. Ich hatte Gelegenheit, den BMW i3 zu fahren ...

. .. und wie ist er?
BRATZEL:
Erstaunlich gut. Das Auto ist sehr agil. Das Auto ist für die Elektromobilität designt, es macht Spaß, damit zu fahren. Damit kommt man aus der verstaubten Öko-Ecke, ich halte viel davon, die Menschen durch den Spaßfaktor zu überzeugen. Ob das reicht, muss man sehen, denn 35.000 Euro für den i3 ist dennoch ein stolzes Wort.

Haben Sie die Batterie leer gefahren? Die reicht doch nur für 150 Kilometer.
BRATZEL:
Und das nur bei guten Bedingungen und wenn nicht die Heizung zusätzlich Strom frisst.

Bis Süditalien kommt man jedenfalls nicht.
BRATZEL:
Noch nicht. Elektroautos sind weiterhin Zweit- oder Drittfahrzeuge. Aber das kann sich ändern. Für den Tesla S, den Elektrosportwagen, gibt es Schnell-Ladestationen. Das macht es spannend. Wenn es ein solches Netz gibt, dann kann man auch mit Elektrofahrzeugen weit fahren.

Vor ein paar Jahren lösten Elektrofahrzeuge Begeisterung aus, dann kam die Ernüchterung.
BRATZEL:
Weil die Begeisterung nicht gerechtfertigt war. Vor drei Jahren ist der Eindruck entstanden, dass wir bald nur noch elektromobil unterwegs sind. Damit hat man zu hohe Erwartungen geweckt. Der Fall war dann um so tiefer. Jetzt nehmen sich Marken wie VW und BMW des Themas an. Die haben ein positives Image, dadurch entsteht ein neuer, positiver Impuls. Aber heute sieht man die Chancen der Elektromobilität eher nüchtern und rational.

Wobei sich das Rationale offenbar nicht auf die herkömmlichen Fahrzeuge bezieht. Überall werden Geländewagen und SUVs hochgejubelt.
BRATZEL:
Das ist eben die emotionsgetriebene Seite des Geschäfts. Deshalb muss man bei Elektroautos eben auch nicht nur ökologisch argumentieren, sondern die Menschen begeistern. Im Übrigen: Bei den SUVs sind auch die kleineren und mittleren angesagt, und auch der Spritverbrauch ist wesentlich geringer geworden.

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