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Löbbert-Brüder rechtskräftig verurteilt

Mammutverfahren nach 14 Jahren beendet

VON HUBERTUS GÄRTNER
17.12.2011 | Stand 16.12.2011, 17:49 Uhr

Bielefeld/Münster. Eines der längsten und größten Wirtschaftsstrafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik ist nach 14 Jahren nun zu Ende gegangen. Die beiden Müllunternehmer Dieter und Johannes Löbbert aus Dülmen (Kreis Coesfeld) sind nun rechtskräftig wegen millionenschweren Betruges und Kreditbetruges zu jeweils siebeneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden.

Die Löbberts hatten bereits Anfang der neunziger Jahres des vergangenen Jahrtausends damit begonnen, zahlreiche Luftrechnungen zwischen der Muttergesellschaft Euro Waste AG, der Tochter Sero AG sowie etlichen anderen Firmen hin- und herzuschieben. Etwa 40 Banken fielen auf die gefälschten Daten und Bilanzen herein. Nach dem Zusammenbruch des Imperiums mussten die Geldinstitute eine dreistellige Millionensumme abschreiben.

Die Ermittlungen der Bielefelder Staatsanwaltschaft begannen im Jahr 1997. Vier Jahre später wurde Anklage erhoben. Mit immer neuen Befangenheitsanträgen gelang es den Löbberts, den Prozessauftakt bis 2004 hinauszuschieben. Der erste Prozess vor dem Landgericht Münster wurde weiter von Verzögerungstaktiken geprägt. Er dauerte drei Jahre. 2007 wurden die Brüder dann zum ersten Mal zu jeweils siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof aber wegen eines Formfehlers auf.

Die Neuauflage des Prozesses im Juni 2009 zog sich vor einer anderen Strafkammer des Münsteraner Landgerichts dann erneut mehr als anderthalb Jahre hin. Im Februar dieses Jahres erfolgte zum zweiten Mal die Verurteiltung zu jeweils siebeneinhalb Jahren Haft - diesmal hatte die Revision vor dem BGH keinen Erfolg. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft will die beiden 64 und 62 Jahre alten Täter im Januar kommenden Jahres zum Haftantritt laden.

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