Harting boomt in Deutschland

Espelkamper Technologieunternehmen steigert Umsatz um mehr als 16 Prozent

VON HANS KRACHT
Harting boomt 

in Deutschland - © ESPELKAMP
Harting boomt
in Deutschland | © ESPELKAMP

Espelkamp. Viel vorgenommen hatte sich die Espelkamper Harting-Technologiegruppe für das am 30. September beendete Geschäftsjahr. "Wir haben unsere eigenen Erwartungen übertroffen", stellte Dietmar Harting gestern fest und meldete einen neuen Rekordumsatz. Ob die positive Entwicklung 2012 anhalten wird, dazu äußerte er sich sehr vorsichtig.

Klar ist aber: "Wir investieren weiter", sagte der persönlich haftende Gesellschafter der KGaA. Mehr als acht Millionen Euro soll der Neubau eines Qualitäts- und Technologiezentrums in Espelkamp kosten. Und 2012 soll mit der Gründung einer neuen Gesellschaft "ein weißer Fleck auf der Harting-Landkarte verschwinden", kündigte Philip Harting, Vorstand für Connectivity & Networks, an, ohne konkreter zu werden. Umsatzsteigerungen auf 481 (Vorjahr: 413) Millionen Euro erzielte das weltweit agierende familiengeführte Unternehmen (plus 16,5 Prozent).

Information

301 neue Arbeitsplätze

  • Die Technologiegruppe Harting beschäftigt 3.394 Mitarbeiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 wurden weltweit 301 neue Stellen geschaffen, die meisten davon (212) im Kreis Minden-Lübbecke.
  • Die Anwendungsbereiche der in Espelkamp entwickelten technischen Lösungen reichen vom Maschinen- und Anlagenbau über Automatisierungs- und Verkehrstechnik, Energieerzeugung und -verteilung, industrielle Elektronik, Geräteanschlusstechnik und Telekommunikation bis hin zur Medizintechnik und Anwendungen der Rundfunk-, Bühnen- und Veranstaltungstechnik.

Maresa, Dietmar, Philip und Margrit Harting mit den drei Vorständen (v. l.) Dr. Frank Brode (Neue Technologien), Dr. Michael Pütz (Personal) und Thomas Ratzmann (Produktion und Logistik). Harting-Lösungen kommen übrigens auch bei der Bahntechnik zum Einsatz. - © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR
Maresa, Dietmar, Philip und Margrit Harting mit den drei Vorständen (v. l.) Dr. Frank Brode (Neue Technologien), Dr. Michael Pütz (Personal) und Thomas Ratzmann (Produktion und Logistik). Harting-Lösungen kommen übrigens auch bei der Bahntechnik zum Einsatz. | © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

 Die größten Zuwächse im vergangenen Geschäftsjahr gab es in Deutschland mit 24 Prozent auf 181 (146) Millionen Euro. Maßgeblich dazu beigetragen hätten die positiven Entwicklungen in den Branchen Maschinenbau, Energie, Robotik und Automation. In den USA, in Südamerika und Kanada wuchsen die Umsätze auf 44 Millionen Euro (plus 18,9 Prozent), in Asien auf 93 Millionen Euro (plus 4,5 Prozent).

"Kritische Signale aus China"

Dietmar Harting sprach von "kritischen Signalen aus China". Auch könne man einen wirtschaftlichen Rückgang in Europa "nicht ausschließen". Man müsse "da realistisch sein", sagte er, "auch den Mitarbeitern gegenüber". Ziel des Unternehmens sei es, das erreichte hohe Niveau zu halten.

Der begonnene Neubau des Qualitäts- und Technologiezentrums solle dabei der Sicherung eines nachhaltigen Wachstums dienen, machte Frank Brode deutlich, seit Juli zuständig für neue Technologien.

Zu den Innovationen aus dem Hause Harting gehört auch die Technologie Smart Power Networks. Aus der Stromverteilung von heute soll ein intelligentes Energieverteilungs-Netzwerk von morgen werden. Diese Technologie werde mittlerweile im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) eingesetzt und erprobt. Punktuell hätten Energieeinsparungen von 30 Prozent erreicht werden können.

Harting hat diese Ergebnisse im November auf der Messe SPS/IPC/Drives in Nürnberg vorgestellt. "Die Steigerung der Energieeffizienz wird auf der Hannover-Messe 2012 im Mittelpunkt stehen", kündigte Philip Harting an.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group