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Jungunternehmer Daniel Appelhoff erklärt sein Investment-Modell

30-Jähriger Bielefelder spricht im Interview über "Schwarmfinanzierung"

22.11.2011 | Stand 22.11.2011, 00:37 Uhr
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Appelhoff im Interview - © WIRTSCHAFT
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Bielefeld. Der Bielefelder Daniel Appelhoff (30) möchte mit einem neuen Geschäftsmodell innovative Firmengründer und private Kapitalgeber zusammenbringen. Mit drei Partnern hat er die Internet-Plattform Innovestment.de gegründet, die ersten Finanzierungsauktionen haben bereits begonnen. Was sich dahinter verbirgt, hat er Sigurd Gringel erklärt.

Herr Appelhoff, Sie wollen private Anleger für innovative Jungunternehmen begeistern. Warum brauchen Startups diese Form der Unterstützung?
DANIEL APPELHOFF: In Deutschland gibt es viele hochqualifizierte Gründerteams mit oftmals extrem spannenden und innovativen Ideen. Ihnen fehlt lediglich das Kapital diese umzusetzen. Fremdkapital von Banken fällt als Finanzierung meist weg und der Markt für Wagniskapital ist in Deutschland im internationalen Vergleich knapp. Daher will Innovestment einen weiteren Finanzierungskanal schaffen, bei dem der Kapitalbedarf von einer Vielzahl an privaten Investoren mit relativ geringen Einzelbeträgen aufgebracht wird. Daher auch der Name "Crowdfunding" oder "Schwarmfinanzierung".

Und wenn die Idee nicht zündet, ist das Kapital verloren?
APPELHOFF: Ja, dieses Risiko besteht. Allerdings steht diesem auch ein enormes Renditepotenzial gegenüber. Grundsätzlich machen wir den Privatinvestor zum Mitunternehmer, das heißt er profitiert in vollem Umfang von den Erfolgen, haftet aber auch für Verluste – maximal in Höhe seiner Einlage.

Information

Drei Startups

  • Audiogent produziert nach eigenen Angaben als erste Firma der Welt interaktive Hörspiele. Der Hörer kann den Verlauf des Hörspiels beeinflussen. Der Mindestkapitalbedarf von 50.000 Euro ist bereits erreicht. Die Auktion läuft bis zum 15. Dezember.
  • Die Particular GmbH ist das weltweit erste Nanotechnologie-Unternehmen, das Nano-Partikel in Flüssigkeiten mit einem Laserabtragsverfahren produziert. Vor allem die hohe Reinheit prädestiniert diese Materialien für biomedizintechnische Anwendungen. Für die Particular GmbH sind seit Sonntagabend 23.000 Euro zusammengekommen. Die Auktion läuft bis zum 25. Dezember.
  • Ludufactur personalisiert Spiele-Klassiker als Geschenkidee für Dritte. Die Auktion beginnt Anfang Dezember.
www.innovestment.de

In welche Startups können Geldgeber investieren?
APPELHOFF: Grundsätzlich stellen wir bei Innovestment nur innovative Startups vor, die ein kompetentes Gründerteam, ein klares Alleinstellungsmerkmal und einen überzeugenden Geschäftsplan haben. Zurzeit sind es drei Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Interessenten können bei uns ein Kurzprofil einsehen und haben nach einer Registrierung auch Zugriff auf Details zum Gründerteam und den Geschäftsplan. Zurzeit läuft die Auktion für die Audiogent GmbH – ein Startup, das interaktive Hörspiele produziert und diese schon erfolgreich vermarktet. Die Auktion ist bereits gestartet und läuft noch bis zum 18. Dezember. Auch die Auktion für das Nanotechnologie-Unternehmen Particular GmbH hat begonnen.

Wie kann investiert werden?
APPELHOFF: Innovestment ermittelt den Preis einer Beteiligung über eine Auktion. Investoren können darin auf Anteile in Form einer stillen Beteiligung bieten, und werden, falls sie mit ihrem Gebot erfolgreich sind, prozentual an Gewinn und einem möglichen späteren Verkaufserlös des Startups beteiligt. Investitionen sind ab 1.000 Euro möglich und eröffnen damit vielen Privatinvestoren erstmals die Möglichkeit, sich an einem Startup zu beteiligen.

Welche Investoren haben Sie dabei im Blick?
APPELHOFF: Wir wollen vor allem private Investoren ansprechen, die junge Gründer unterstützen möchten und gleichzeitig von den enormen Renditechancen profitieren wollen. Als Anlage zur Altersvorsorge ist Innovestment sicherlich nicht geeignet, insofern sollten die Investoren über hinreichend Kapital verfügen, so dass sie einen Teil davon risiko- und renditeorientiert investieren möchten.

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