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Interview mit Angelika Dammann, Managerin des Jahres

"Wir brauchen Manager mit Mut"

23.09.2011 | Stand 22.09.2011, 18:50 Uhr
Angelika Dammann war ein Jahr lang im Vorstand der SAP AG. Im August hörte sie auf.
Angelika Dammann war ein Jahr lang im Vorstand der SAP AG. Im August hörte sie auf.

Hamburg. Heute wird die ehemalige SAP-Vorstandsfrau Angelika Dammann in Berlin mit dem diesjährigen Mestemacher-Preis "Managerin des Jahres" ausgezeichnet. Mit ihr sprach Andrea Frühauf.

Frau Dammann, wofür erhalten Sie den Mestemacher-Preis?
ANGELIKA DAMMANN: Mit diesem Preis wird zum einen das geehrt, was ich beruflich in den vergangenen Jahren erreicht habe. Zum Beispiel mein internationales Engagement für richtungweisende Personalarbeit, wozu das Talentmanagement auf aller Welt gehört und auch Diversity, also die Vielfalt der Mitarbeiter. Darüber hinaus würdigt der Preis auch die Art und Weise wie ich diese Erfolge erzielt habe. Im Beruf mutig und mit hoher Verantwortung für Mensch und Unternehmen die Zukunft gestaltend – und privat ein glückliches Familienleben führend. Ob im Beruf oder Privat: Für mich ist Teamarbeit immer eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg.

Information

Karrierefrau

  • Die 52jährige promovierte Juristin und Mutter eines 18jährigen Sohnes arbeitete 17 Jahre für Shell. Lange in Hamburg, Bremen (hier stieg die Personalleiterin in die Geschäftsführung auf), Eschborn, London und schließlich in der Zentrale in Den Haag.
  • 2008 wechselt die Personalmanagerin zu Unilever und wird in Hamburg Vizepräsidentin für Human Resources.
  • Im Juli 2010 übernimmt die Hamburgerin bei der Walldorfer SAP AG als Chief Human Resources Officer, Arbeitsdirektor, Executive Board Member. Als erste Frau im SAP-Vorstand war sie für den Bereich Global Human Resources mit über 800 Mitarbeitern verantwortlich. Im August 2011 verlässt sie den Konzern vorzeitig.

Sie waren als Personalchefin ein Jahr im SAP-Vorstand. Frau Professor Detmers, Mitgesellschafterin der Mestemacher-Gruppe, beschreibt Sie als leidenschaftliche Spitzenmanagerin, die anders als Männer nicht auf ihrem letzten Vorstandssessel geklebt hat. Warum sind Sie gegangen?
DAMMANN: Es ist mir persönlich sehr wichtig, kurz- und langfristig das Richtige zu tun. Die öffentliche Diskussion über Details meines Arbeitsvertrages stellte für SAP und für mich eine schwere Belastung dar. Vor diesem Hintergrund habe ich entschieden, auf eigenen Wunsch die SAP zu verlassen. Für mich ist das verantwortungsbewusstes, konsequentes Handeln, auch wenn es schmerzvoll ist.

Haben Sie bei SAP zu hoch gepokert, weil Sie einen Firmenjet für die Heimflüge von Heidelberg nach Hamburg nutzen wollten?
DAMMANN: Diese Diskussion ist in den vergangenen Monaten intensiv und mit viel Emotionen geführt worden. In diesem Zusammenhang ist leider auch sehr viel Falsches berichtet worden. Es macht in meinen Augen jedoch wenig Sinn, erneut darüber zu diskutieren. Ich richte meinen Blick nach vorn und auf meine Projekte. Deutschland hat in Sachen Diversity großen Nachholbedarf. Hier geht es nicht nur um die Förderung von Frauen, sondern auch um eine bessere Integration von Ausländern, älteren Mitarbeitern, um so dem demografischen Wandel erfolgreich zu begegnen.

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