Maja Oetker, August Oetker und Kuratorin Monika Bachtler (v. l.) in der Oetkerschen Bibliothek. - © FOTO: ANDREAS ZOBE
Maja Oetker, August Oetker und Kuratorin Monika Bachtler (v. l.) in der Oetkerschen Bibliothek. | © FOTO: ANDREAS ZOBE

Die Anstifter

Zwei Stiftungen der Unternehmerfamilie Oetker fördern Kultur, Wissenschaft und die Jugend

VON STEFAN SCHELP

Bielefeld. Wenn die Rembrandt-Gemälde in der Alten Pinakothek in München richtig zur Geltung kommen, liegt das an Oetker. Wenn der chinesische Salon in Potsdam so schön ist wie zu Voltaires Zeiten, hat Oetker die Hände im Spiel. Wenn sich 200 Dorfkirchen in Edelsteine verwandeln, hat Oetker geholfen. Aber auch wenn die Jugendarbeit im Verein funktioniert und Kinder einen Kindergartenplatz haben, hat sich Oetker engagiert.

Gleich zwei Stiftungen hat die Familie ins Leben gerufen. Die "Rudolf-August Oetker Stiftung", gegründet von und benannt nach dem Vater des jetzigen Firmenchefs August Oetker, kümmert sich um die Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die "Ida und Richard Kaselowsky Stiftung", benannt nach den Großeltern August Oetkers, kümmert sich um die Jugend.

"Wenn es in Deutschland ein Problem gibt, dann heißt die Lösung: Mehr Geld", sinniert August Oetker. Grundverkehrt findet das der persönlich haftende Gesellschafter der Dr. August Oetker KG. Nicht, dass er das Geld nicht gern hergäbe. Rund eine Million Euro schütten die Stiftungen jährlich aus. Das Stiftungskapital soll bis auf 100 Millionen Euro anwachsen. Aber bevor das Geld fließt, muss man die Oetkers von Sinn und Nachhaltigkeit des Projekts überzeugt haben. "Wir stiften an", sagt Oetker. Andere müssen den Staffelstab dann weitertragen.

Zum Beispiel bei rund 200 Dorfkirchen in den neuen Bundesländern. Nach der Wende hat die "Rudolf-August Oetker Stiftung" dort gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ihr Engagement aufgenommen. "Das sind keine spektakulären Paläste", erklärt Maja Oetker, Vorsitzende des Stiftungskuratoriums. "Das sind Kirchen, die im Verborgenen blühen." Diese Kirchen zu restaurieren, war Maja Oetker und ihrem 2007 verstorbenen Ehemann Rudolf-August Oetker ein Herzensanliegen. Gemäß der eigenen Vorgabe aber haben die Oetkers nur dort geholfen, wo sie eine lebendige Gemeinde vorfanden. Und wo geklärt war, dass die Einwohner sich um den Erhalt der Kirche und der Gräber am Gotteshaus kümmern würden.

Schwerpunkte verlagert

Inzwischen hat die Stiftung ihren Schwerpunkt verlagert - zum Beispiel nach Potsdam. Es ist geplant, mit Hilfe der "Rudolf-August Oetker Stiftung" den chinesischen Salon im Neuen Palais zu restaurieren. Hier lebte der Marquis d’Argens, Voltaire-Freund und Ratgeber Friedrichs des Großen. 2012, zum 300. Geburtstag des Herrschers, soll der Salon mit der kostbaren chinesischen Tapete aus dem 18. Jahrhundert frisch erstrahlen.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group