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Schadenersatz für Lehman-Opfer

24.06.2009

Hamburg/Bielefeld (dpa/fr). Schadenersatz in voller Höhe hat das Hamburger Landgericht einem Käufer von Zertifikaten der insolventen US-Bank Lehman Brothers zugesprochen. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) habe den pensionierten Lehrer 2006 beim Verkauf falsch beraten und nicht klar darauf hingewiesen, dass die Anlagen (10.000 Euro) nicht der Einlagensicherung unterlagen. Zudem habe die Bank verschwiegen, dass sie eine Gewinnmarge dafür kassiere. Die Haspa kündigte Berufung beim Oberlandesgericht an.

"Die Haspa hatte ein ganzes Kontingent der Lehman-Zertifikate aufgekauft. Dafür wurde dem Institut ein erheblicher Mengenrabatt gewährt", erklärten die Anwälte Matthias Keunecke (Hannover) und André Ehlers (Bremen), die auch Geschädigte in OWL vertreten. Sie haben für ihre Mandanten bereits entsprechende Klagen eingereicht und sehen auch Chancen für betroffene Kunden von Dresdner Bank, Sparkasse Hannover, 1822direkt und Frankfurter Sparkasse. Auch diese Institute hätten diese Zertifikate als sichere Kapitalanlage verkauft und den vom Bundesgerichtshof geforderten Hinweis auf Rückvergütungen regelmäßig unterlassen.

Die Banken argumentierten oft, dies sei nicht nötig gewesen, da sie "nur" über eine Gewinnmarge am Verkauf verdient hätten. "Nach dem heutigen Urteil wäre diese Rechtsauffassung nicht mehr haltbar."

Zudem, so Keunecke, wurden Zertifikate oft an Kunden verkauft, die Sparverträge im Bestand hatten. "Viele Anleger wurden nicht darauf aufmerksam gemacht, dass bei diesen Geschäften eben keine Einlagensicherung wie bei Spareinlagen oder Termingeldern besteht. Im Gegenteil: Oft wurden die Lehman-Zertifikate mit Festgeld verglichen und als genauso sicher beschrieben."

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