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Auch am Flughafen Düsseldorf hatten Sicherheitskräfte zuletzt gestreikt. - © Pixabay
Auch am Flughafen Düsseldorf hatten Sicherheitskräfte zuletzt gestreikt. | © Pixabay

Flughäfen Streiks zu Ostern abgewendet: Mehr Geld für Flugsicherheitskräfte

Mehrere Arbeitsniederlegungen hatten den Druck laut Gewerkschaft Verdi erhöht, an deutschen Flughäfen kam es zu deutlichen Beeinträchtigungen.

28.03.2022 | Stand 28.03.2022, 18:17 Uhr

Berlin (AFP). Im Tarifstreit um höhere Gehälter für die 25.000 Sicherheitskräfte an den deutschen Verkehrsflughäfen hat es nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine Einigung gegeben. Es sei mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) ein "umfassendes Tarifergebnis" erzielt worden, teilte Verdi nach der sechsten Tarifverhandlungsrunde am Montag mit.

In dem Tarifkonflikt hatte die Gewerkschaft wiederholt zu Warnstreiks aufgerufen, die den Luftverkehr an vielen Flughäfen erheblich beeinträchtigt hatten. Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper erklärte, es sei gelungen, "in drei Stufen differenzierte Tariferhöhungen für 24 Monate zu vereinbaren". Der Tarifvertrag hat demnach eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023. Die Verdi-Tarifkommission habe dem Ergebnis einstimmig zugestimmt.

Für alle Tarifgruppen gibt es laut Verdi unterschiedliche Erhöhungen in drei Stufen, die im Jahr 2022 zwischen 4,4 und 7,8 Prozent liegen. Zusätzlich sei vereinbart worden, dass die Angleichung der Löhne im Osten an die im Westen bis zum 1. Januar 2024 abgeschlossen wird, dies bringe den Beschäftigten "deutliche Lohnsteigerungen". Pieper erklärte, die "große Beteiligung an den Warnstreiks in den vergangenen Wochen" habe die Gewerkschaft in den Verhandlungen gestärkt "und den Arbeitgebern verdeutlicht, dass sie einen echten Schritt auf die Beschäftigten zugehen mussten".

Sechs "sehr zähe Verhandlungsrunden"

Mit dem Abschluss sei es gelungen, "die Lohnbedingungen in der Luftsicherheitsbranche und die Arbeit trotz ungünstiger Arbeitszeiten und zahlreicher betrieblicher Probleme attraktiver zu gestalten". Der BDLS sprach am Montag von sechs "sehr zähen Verhandlungsrunden" mit Verdi und auch mit der Gewerkschaft dbb Tarifunion.

"Nach langen Diskussionen über die Umsetzbarkeit der Anpassungsschritte und Höhen, sind wir uns nun aber doch noch einig geworden, wie wir diesen großen Schritt für die Branche bewältigen können", erklärte Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser. Somit erhielten die Beschäftigten ab 1. Januar 2024 in allen Bundesländern jeweils den gleichen Lohn in ihrer Lohngruppe.

"Das vereinbarte Erhöhungspaket bedeutet für die Arbeitgeber massive Kostensteigerungen, die gerade in der momentanen wirtschaftlichen Situation der Branche eine besondere Belastung darstellen und sehr weh tun", fügte er hinzu. Nach BDLS-Angaben erhalten die Beschäftigten je nach Entgeltgruppe innerhalb der nächsten zwei Jahren unterschiedlich viele und hohe Lohnsteigerungen, die sich auf bis zu 28,2 Prozent summieren.

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