0
Für viele Arbeitgeber ist Kurzarbeit eine Möglichkeit, in konjunkturell schwierigen Phasen Entlassungen zu verhindern. - © Verwendung weltweit
Für viele Arbeitgeber ist Kurzarbeit eine Möglichkeit, in konjunkturell schwierigen Phasen Entlassungen zu verhindern. | © Verwendung weltweit

Wirtschaft 50 bis 60 Unternehmen in OWL rechnen in der nächsten Zeit mit Kurzarbeit

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Anzeigen aus der Region bei der Agentur für Arbeit gestiegen. Die meisten Meldungen stammen aus dem Kreis Gütersloh.

Svenja Ludwig
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 08:05 Uhr

Bielefeld. Viele Unternehmen versuchen, konjunkturelle Flauten mit Kurzarbeit zu überbrücken. "Kurzarbeit soll ja verhindern, dass Firmen Menschen entlassen müssen", erklärt Janine Billerbeck, Sprecherin der Agentur für Arbeit in der Region. In diesem Fall erhalten die Beschäftigten für die Zeit Kurzarbeitergeld. Meist rund 60 Prozent des Nettogehalts. Befürchtet ein Unternehmen, Kurzarbeit könnte nötig werden, zeigt es dies in der Regel schon im Vorfeld bei der Agentur für Arbeit an. Die Bürokratie wird bereits erledigt, damit - sollte es tatsächlich notwendig werden, die Arbeit zu verkürzen - alles reibungslos läuft. So kann es allerdings zu einer Diskrepanz zwischen angezeigter und tatsächlicher Kurzarbeit kommen. Aktuell rechnen laut Billerbeck zwischen 50 und 60 Unternehmen mit Kurzarbeit. Davon seien mehr als 1.692 Menschen betroffen. Diese etwas schwammigen Zahlen liegen darin begründet, dass die Anzeigen anonymisiert werden, wenn in einer Stadt oder einem Kreis weniger als drei Anzeigen vorliegen. Denn andernfalls könnten schnell Rückschlüsse auf das Unternehmen gezogen werden. Mehr als 1.700 Stellen sind betroffen In Bielefeld liegen der Arbeitsagentur derzeit elf Anzeigen auf Kurzarbeit vor. Betroffen: 230 Menschen. Im Kreis Lippe sind zehn Anzeigen bekannt. Dort geht es um 441 Arbeitsplätze. Die meisten Meldungen stammen aus dem Kreis Gütersloh. 28 Anzeigen auf Kurzarbeit gibt es, 1.021 Stellen sind betroffen. Addiert, ergibt das 49 Anzeigen über 1.692 Jobs. Die tatsächlichen Zahlen liegen aber wohl etwas höher. Denn die Angaben aus den Kreisen Paderborn, Höxter, Herford und Minden-Kübbecke seien anonymisiert worden, so Billerbeck. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen deutlich gestiegen. Im Oktober 2018 wurden der Agentur für Arbeit zwischen 26 und 29 Fälle angezeigt. Es ging dabei um mehr als 490 Jobs. "Eine Entwicklung ist da", sagt Billerbeck. Oftmals seien die Unternehmen aber einfach vorsichtig. Wie viele Firmen und Menschen aktuell von Kurzarbeit betroffen sind, kann Billerbeck noch nicht sagen. Denn in der Regel gehen die Unternehmen in Vorleistung. Sie bezahlen ihren Mitarbeitern das Kurzarbeitergeld und holen es sich anschließend bei der Arbeitsagentur zurück. Die letzten Daten über tatsächliche Kurzarbeit stammen aus dem Mai: 138 Anzeigen über 2.062 Stellen. "Der Beratungsbedarf ist extrem gestiegen", berichtet auch Anke Unger, OWL-Regionsgeschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) mit Blick auf das Thema Kurzarbeit. Der DGB berate häufig zum Beispiel zu Voraussetzungen von Kurzarbeit oder zu Fristen, die eingehalten werden müssen.

realisiert durch evolver group