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Großinvestition: In Oelsnitz (Sachsen) ist vor zwei Wochen das größte Logistikzentrum der Böllhoff-Gruppe in Betrieb genommen worden.  - © Böllhoff
Großinvestition: In Oelsnitz (Sachsen) ist vor zwei Wochen das größte Logistikzentrum der Böllhoff-Gruppe in Betrieb genommen worden.  | © Böllhoff

Zulieferindustrie Böllhoff zentralisiert Logistik und baut in Bielefeld Stellen ab

Das auf Schrauben und andere Verbindungselemente spezialisierte Traditionsunternehmen hat in Sachsen ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Am Stammsitz werden einige Mitarbeiter entlassen

Martin Krause
29.10.2019 | Stand 29.10.2019, 15:52 Uhr

Bielefeld. Die Bielefelder Böllhoff-Gruppe hat im sächsischen Oelsnitz (Vogtland) ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Es handle sich um die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte, hatte Böllhoff  bereits  angekündigt: Mehr als 40 Millionen Euro werden für den Neubau investiert. Mit zunächst 55 Mitarbeitern wird der Standort künftig das größte Logistikzentrum der Gruppe, die Verbindungs- und Montagetechnik für Autoindustrie, Maschinenbau und weitere Branchen produziert. Die Logistik in Bielefeld wird im Zuge der Neuordnung zu einem Speziallager für die Autoindustrie und für den Export umfunktioniert. Bestimmte Auftragsarten und die klassische Versandabwicklung werden in den kommenden Monaten nach Oelsnitz verlagert.  "Wir zentralisieren unsere Logistik", sagte der geschäftsführende Gesellschafter Wilhelm A. Böllhoff dazu. Zwei kleinere Lager in Leipzig und Jettingen werden demnach geschlossen. Die Belegschaft am Stammsitz (bisher etwa 90 feste eigene und weitere externe  Mitarbeiter) werde um 27 feste Mitarbeiter reduziert.  "In Ostwestfalen war kein geeignetes Grundstück zu finden" Mit dem Betriebsrat sei ein Sozialplan vereinbart worden, sagte Böllhoff weiter. In einer Betriebsversammlung sei die Belegschaft inzwischen informiert worden. Mit den von einer Kündigung bedrohten Mitarbeitern werde über sozialverträgliche Lösungen wie die Weiterbeschäftigung in anderen Bereichen oder eine Vorruhestandsregelung gesprochen. "Für den Standort Bielefeld ist das keine gute Nachricht", räumt Böllhoff ein. Allerdings sei es nicht möglich gewesen, in Bielefeld oder Ostwestfalen ein geeignetes 100.000 Quadratmeter großes Grundstück für eine neue Logistik zu finden. Die durch den Umzug nun in Bielefeld frei werdenden Flächen sollen der Böllhoff-Gruppe für weiteres Wachstum zur  Verfügung stehen. 2018 hatte das Unternehmen mit weltweit rund 3.300 Mitarbeitern seinen Umsatz um fünf Prozent auf etwa 652 Millionen Euro gesteigert.

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