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Autoversicherungen sind teuer, deshalb lohnt sich ein gründlicher Vergleich - © Pixabay
Autoversicherungen sind teuer, deshalb lohnt sich ein gründlicher Vergleich | © Pixabay

Geld sparen Auto-Versicherung wechseln - das rät der Experte

Verbraucherschützer rechnen mit neuerlichem Preiskampf der Anbieter. Daraus können Autobesitzer einen Vorteil ziehen.

Wolfgang Mulke
08.10.2019 | Stand 10.10.2019, 16:45 Uhr

Berlin. Zum Jahresende steht in jedem Jahr die Wechselsaison bei der Autoversicherung an. Die Kunden können ihre alten Verträge bis Ende November kündigen und sich einen günstigeren Anbieter suchen. Das lohnt sich nach Einschätzung des Verbraucherportals Finanztip noch immer, vor allem für Kunden, die noch nie eine Alternative zu ihrer Versicherung gesucht haben. Dazu gehört etwa jeder vierte Autofahrer. „Wenn man noch nie gewechselt hat, sind ein paar Hundert Euro drin", sagt Finanztip-Chef Hermann Tenhagen. Alljährlich untersucht Finanztip im September die gängigen Angebote: In diesem Jahr biete das Vergleichsportal Verivox die besten Chancen, den jeweils günstigsten Tarif für die Haftpflicht- und Kaskoversicherungen herauszufiltern. Immer mehrere Portale vergleichen Allerdings sollten sich die Kunden nicht allein auf ein Portal verlassen. Sie sollten zumindest bei zwei Vergleichsportalen und einem Direktversicherer wie Huk24 Angebote abfragen. Günstiger kann es durch zwei Faktoren werden. Zum einen erwartet Finanztip einen neuerlich entbrennenden Wettbewerb in der Branche. Dafür könnte beispielsweise das neue Angebot des Autoclubs ADAC sorgen. „Wir gehen davon aus", sagt Versicherungsexpertin Kathrin Gotthold, „dass die Preise sinken werden." Der Teufel liegt im Detail Der zweite Faktor sind die Details des gewählten Tarifs. Denn die Höhe der Prämie wird von vielen Faktoren beeinflusst. Eine Modellrechnung von Finanztip zeigt, wie sich die Auswahl der Tarifmerkmale im Extremfall auf den Preis auswirken kann. Ein 46-jähriger Autobesitzer, dessen Kind im Alter von 22 Jahren das Fahrzeug mitnutzt, der jährlich rund 20.000 Kilometer fährt, monatlich zahlt und keine Selbstbeteiligung vereinbart hat, muss bei einem großen Versicherungsunternehmen rund 1.800 Euro im Jahr bezahlen. Zahlt er jährlich statt monatlich, reduziert sich die Prämie bereits um sieben Prozent. Eine Selbstbeteiligung spart weitere 23 Prozent. So geht es weiter. Die Werkstattbindung, eine halbierte Fahrleistung und dem Sohn das Auto nicht mehr zu überlassen, senkt die Prämie. Am Ende stehen noch rund 310 Euro an Kosten. Je älter, desto teurer Ein Preismerkmal lässt sich nur schwerlich beeinflussen: Das Alter. Denn mit jedem Lebensjahr steigt die Höhe der Prämien. Der 65-Jährige muss laut Finanztip im Durchschnitt zwölf Prozent mehr für die Police bezahlen als ein 55-Jähriger, ein 75-Jähriger schon fast 60 Prozent mehr. Wer vorsichtiger fährt, zahlt weniger Seit kurzem bieten einige Versicherungen auch so genannte „Pay-as-you-drive-Tarife", was übersetzt bedeutet, dass sich die Prämie nach dem tatsächlichen Fahrverhalten richtet. Wer wenig und vorsichtig fährt, bezahlt weniger. „In unserer Untersuchung waren einige Tarife bei 2.000 gefahrenen Jahreskilometern deutlich günstiger als herkömmliche Tarife", sagt Gotthold. „Bei 5.000 Kilometern war der Preisvorteil aber meist schon dahin." Tenhagen hält die Angebote daher für weitgehend nutzlos. Wer nur 2.000 Kilometer im Jahr fahre, sei mit Carsharing-Angeboten besser dran, rät er.

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