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Interessiert: Daniel Röltgen (l.) vom Fraunhofer IEM erklärt Minister Peter Altmaier (CDU) den intelligenten Separator. Dieser kann Lebensmittelbestandteile trennen, beispielsweise für die Herstellung von Chicken Nuggets. - © Julia Lichtnecker
Interessiert: Daniel Röltgen (l.) vom Fraunhofer IEM erklärt Minister Peter Altmaier (CDU) den intelligenten Separator. Dieser kann Lebensmittelbestandteile trennen, beispielsweise für die Herstellung von Chicken Nuggets. | © Julia Lichtnecker

Paderborn Altmaier sucht in Paderborn Austausch über Künstliche Intelligenz

Auf seiner Mittelstandsreise besucht der Bundeswirtschaftsminister auch Paderborn. Der Mittelstand in Ostwestfalen sei "schon weit gekommen"

Julia Lichtnecker
30.08.2019 | Stand 30.08.2019, 17:03 Uhr

Paderborn. Bereits am ersten Tag stand Ostwestfalen auf dem Programm der Mittelstandsreise des Bundesministers für Wirtschaft. Am Donnerstagabend besuchte Peter Altmaier (CDU) das Technologie-Netzwerk "it's OWL", in dem mehr als 200 Unternehmen und Organisationen aus der Region zusammen forschen und arbeiten. In den Räumlichkeiten des Fraunhofer-Instituts diskutierte Altmaier die Möglichkeiten, wie der Mittelstand das Thema Künstliche Intelligenz (KI) für sich nutzen kann. Zum Auftakt seines Besuchs schaute sich Altmaier Beispiele an, die Maschinen- und Anlagenbau aus Ostwestfalen erfolgreich mit KI verknüpft haben. Besonderen Gefallen fand der CDU-Politiker am intelligenten Separator, der in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommt. Deutschlandweit werde mithilfe der OWL-Technologie jedes dritte Chicken Nugget hergestellt, so Daniel Röltgen vom Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik. Bei KI müsse Deutschland schnell handeln "Wo mechanische Verfahren aufhören, fangen digitale gerade erst an", staunt Altmaier. Dennoch gelte es, die Innovationspotentiale im Mittelstand weiter zu erkennen und umzusetzen. "Es ist tröstlich zu sehen, wie weit sie hier schon gekommen sind." Es brauche den Zusammenschluss und daraus entstehende Synergieeffekte, damit der Mittelstand nicht "unter die Räder komme", so der CDU-Politiker. In den Bereichen, in denen Deutschland bisher stark sei - beispielsweise im Bereich Maschinenbau - müsse der Mittelstand auch digital stark bleiben. In Ostwestfalen gelinge das bereits sehr gut, sagt Roman Dumitrescu, Geschäftsführer von it's OWL. "Wir wollen weiterhin zu den Gewinnern der Digitalisierung gehören." Im Bereich Künstliche Intelligenz hingegen sei noch ausbaufähig. "Wir haben den Clou noch nicht gefunden", sagt der Wirtschaftsminister. Zudem fehle es an Daten, auf die Algorithmen zurückgreifen können, damit sie weiter lernen. Die Infrastrukturen, die große Mengen an Daten ziehen, liegen derzeit fast ausschließlich in den USA und in China. "Wir müssen ein Selbstbewusstsein für Künstliche Intelligenz und den Umgang mit Daten entwickeln", sagt Tanja Maaß, Geschäftsführerin von Resolto Informatik. Die Informatikerin, die 2003 ihr Unternehmen mit dem Schwerpunkt KI gegründet hatte, forderte den Wirtschaftsminister auf, dahingehend schnell zu sein. KI in Unternehmen gezielt einzusetzen, sei eine Nische, die Deutschland gut belegen könne. Politik sucht Austausch bei Fachthemen Für den weiteren Austausch wünscht sich Altmaier, die Politik und die öffentliche Hand einzubeziehen. Im Technologie-Cluster kooperieren derzeit Unternehmen vorrangig mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen. "Für uns Politiker ist es schwer, die Prozesse der Digitalisierung zu überblicken und daraus Schlüsse zu ziehen." Der Mittelstand und die Diversität der Branchen, die maßgeblich zur deutschen Wirtschaft beitragen, sollen weiter ins Bewusstsein rücken. Dies sieht auch die neue Mittelstandsstrategie vor, auf die der Mittelstand lange warten musste. An die Unternehmer in OWL richtete Altmaier versöhnende Worte: "Wir möchten, dass Sie wissen, die Bundesregierung steht hinter ihnen und wir möchten, dass weiterhin jedes dritte Chicken Nugget mit Technik aus der Region produziert wird." Die Mittelstandsreise führte den CDU-Politiker nach Niedersachsen und NRW, auch in Bielefeld legte er einen Stopp ein. Seine Reise beendet Altmaier am Samstag in Brandenburg.

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