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Ikea will seinen Bambusbecher vorerst aus dem Programm nehmen. - © picture alliance / dpa Themendienst
Ikea will seinen Bambusbecher vorerst aus dem Programm nehmen. | © picture alliance / dpa Themendienst

Kunststoff Ikea Deutschland stoppt vorerst Verkauf von Bambusbechern

Nachdem die "Stiftung Warentest" zuletzt zu hohe Schadstoffe festgestellt hatte, möchte man das Produkt erneut testen

26.07.2019 | Stand 26.07.2019, 18:15 Uhr

Bielefeld. Ikea Deutschland will den Bambusbecher vorerst aus dem Programm nehmen, wie DerSpiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Grund dafür ist das schlechte Abschneiden des Produkts in der Untersuchung bei "Stiftung Warentest. Europaweit häufen sich Warnungen vor Schadstoffen aus Bambusbechern. Deshalb überprüft die Europäische Kommission dem Bericht zufolge nun die Regeln für Geschirr aus Bambusfasern. Sie hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beauftragt zu testen, wie hoch das Gesundheitsrisiko von Bambusgeschirr mit seinem Kunststoffanteil tatsächlich ist. Becher von Ikea schneidet bei Stiftung Warentest schlecht ab In einer Expertengruppe der Kommission werden derzeit konkretere Vorgaben für das Mate­rial vor allem bei der Verwendung von heißen Nahrungsmitteln diskutiert. Es sei in mehreren Fällen festgestellt worden, dass schädliches Formaldehyd und Melamin über die zulässigen Grenzwerte hinaus ausgetreten und in die heißen Lebensmittel übergegangen seien, warnten die Experten in einem Schreiben Ende Juni. Einzelne Produkte mussten aus diesem Grund bereits vom Markt genommen werden. Bei mehreren Bambusbechern für heiße Getränke hatte auch die "Stiftung Warentest" zuletzt zu hohe Schadstoffe festgestellt. Das Möbelhaus Ikea Deutschland, dessen Becher in dem Test schlecht abschnitt, will ihn ­vorübergehend aus dem Verkauf nehmen und das Produkt er­neut testen. Der Konzern verweist aber darauf, dass es in eigenen Tests bisher keinerlei Auffälligkeiten gegeben habe. Aldi Nord will seinen Becher weiter verkaufen Der Discounter Aldi Nord hält an seinem schlecht bewerteten Bambusbecher fest, weil in eigenen Untersuchungen keine Grenzwerte überschritten worden seien; man prüfe aber Alternativen, teilte Aldi mit. Dem Bambus wird zumeist Kunststoff als Klebemasse beigemischt. Nach Angaben der EU-Kommission erlauben es die EU-Regeln für Kunststoffgeschirr bisher jedoch nicht, Bambus und ähnliche Zusatzstoffe in Plastikbechern oder -tellern zu ­verwenden. Explizit gestattet ist dort zum Beispiel Holz. Einige Becherhersteller würden zudem ignorieren, dass sie sich an die Grenzwerte und Regeln für Kunststoffgeschirr halten müssten.

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