0
Kandidaten: Ralf Noltemeyer, Vizepräsident für die Arbeitnehmerseite (v.l.), der designierte Kammerpräsident Peter Eul und der Viezpräsident für die Arbeitgeberseite, Heiner Dresrüsse. - © deteringdesign
Kandidaten: Ralf Noltemeyer, Vizepräsident für die Arbeitnehmerseite (v.l.), der designierte Kammerpräsident Peter Eul und der Viezpräsident für die Arbeitgeberseite, Heiner Dresrüsse. | © deteringdesign

Handwerkskammer Peter Eul aus Enger soll neuer Präsident der Handwerkskammer OWL werden

Friseurmeister aus Enger ist als Nachfolger der langjährigen Präsidentin Lena Strothmann nominiert, die sich im Juni verabschiedet

Stefan Schelp
04.06.2019 | Stand 06.06.2019, 17:01 Uhr

Bielefeld. Peter Eul, Friseurmeister aus Enger, soll Nachfolger von Lena Strothmann als Präsident der Handwerkskammer werden. Darauf hat sich der Vorstand der Kammer geeinigt. Am 26. Juni stellt sich der 55-Jährige bei der nächsten Vollversammlung zur Wahl. Daran, dass er dann der dritte Präsident der Handwerkskammer OWL wird, zweifelt eigentlich niemand.

Und doch: Peter Eul bleibt vorsichtig. „Nennen Sie es von mir aus Aberglauben. Aber ich möchte nicht über Dinge sprechen, bevor ich gewählt bin." Dass er „sehr stolz ist über das ihm entgegengebrachte Vertrauen", verrät er dann aber doch. Seit drei Jahren ist er Vizepräsident. „Da habe ich schon gewisse Erfahrungen gesammelt. Das war eine spannende Zeit."
Dem Handwerk, speziell dem Ehrenamt im Handwerk, fühlt er sich tief verbunden. „Die ehrenamtliche Arbeit ist mein Lebensinhalt", sagt der Handwerksmeister. „Beruf, Berufung und Hobby haben für mich fließende Grenzen. Ich bin ein Vollblut-Ehrenamtler."

In Bielefeld geboren, getauft und aufgewachsen

Ein Vollblut-Friseur ist er ohnehin – und das von Kindheitsbeinen an. Euls Mutter hatte seit Anfang der 70er Jahre zwei Salons in Bielefeld. Als die Mutter das Geschäft eröffnete, war Peter Eul elf Jahre alt und verbrachte viele Stunden zwischen den Friseurstühlen. 1987 machte er sich dann mit einem eigenen Geschäft in Enger selbstständig. Dass es Enger geworden sei, sei ein Zufall gewesen. „Ich war frei und die Inhaberin in Enger wollte ihr Geschäft aufgeben. Das passte." Dennoch besteht er darauf: „Ich bin in Bielefeld geboren, getauft und aufgewachsen – und das ist gut so."

Von den Mitarbeiterinnen grünes Licht geholt

Heute hat Eul zehn Mitarbeiterinnen, darunter sechs Meisterinnen. Natürlich habe er sich von den Damen grünes Licht geholt, bevor er sich ins Ehrenamt gestürzt habe, versichert Eul.

Der Vollversammlung der Handwerkskammer gehört Eul als Arbeitgebervertreter bereits seit 2009 an. In den Vorstand der Kammer rückte er 2014 auf, seit 2016 ist er Vizepräsident der Handwerkskammer OWL. Auch in der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland hat sich Eul engagiert: Der Friseur-Innung Herford stand er von 2005 bis 2014 als stellvertretender Obermeister vor, von 2014 bis 2016 führte er die Kreishandwerkerschaft als stellvertretender Kreishandwerksmeister.

Handwerk nicht unter Wert verkaufen

Zudem arbeitete Eul in verschiedenen Prüfungsausschüssen mit und hat sich die Förderung des Nachwuchses wie auch die Stärkung des Miteinanders im regionalen Handwerk fest in sein Programm geschrieben. In der Vergangenheit hat Eul stets darauf gepocht, das Handwerk gegenüber akademischen Abschlüssen nicht unter Wert zu verkaufen. „Unser Alltag funktioniert nur, wenn wir beides haben", hatte Eul betont. „Den studierten Juristen als auch den gelernten Bäcker."

Eul wird nicht allein an der Spitze der Kammer stehen. Das Amt des Vizepräsidenten der Arbeitgeberseite in der Handwerkskammer soll auf Vorschlag des Vorstands Schlossermeister Heiner Dresrüsse (56) aus Bielefeld übernehmen. Der Bielefelder Unternehmer steht der Innung des Metallhandwerks seit 2004 vor. Seit 2014 hat er in seiner Kreishandwerkerschaft das Amt des stellvertretenden Kreishandwerksmeisters inne. Der Vollversammlung der Handwerkskammer und dem Kammer-Vorstand gehört er seit 2016 an. Darüber hinaus arbeitet Dresrüsse seit 15 Jahren im Meisterprüfungsausschuss für das Metallbauer-Handwerk der Handwerkskammer mit.

Im Amt des Vizepräsidenten der Arbeitnehmerseite würde der Vorstand gerne weiterhin Schlosser Ralf Noltemeyer (51) aus Hüllhorst sehen. Noltemeyer führt das Amt des Vizepräsidenten für die Arbeitnehmerseite seit 2004 aus. Der Schlosser setzt sich stark in der Nachwuchsförderung ein – auch für junge Leute, die es schwer haben. Unter anderen engagierte er sich lange in der Jugendhilfe Schweicheln. Überregional hat sich Noltemeyer einen Namen als Trainerausbilder jugendlicher Strafgefangenen erworben.

Die Entscheidung über die Personalvorschläge trifft allein die Vollversammlung, das hat Kammersprecherin Dilek Güzel nochmals betont. Am 10. April hatte die Kammer mit den Kreishandwerkerschaften 40 Arbeitgeber-Vertreter für die 60-köpfige Vollversammlung der Handwerkskammer auf die Wahlvorschlagsliste gesetzt. Kolping-Werk und Gewerkschaften wählten 20 Arbeitnehmer-Vertreter aus. Bei der Auswahl werden die Regionen und Gewerke in OWL berücksichtigt, die sämtlich im Parlament vertreten sein müssen.

Information

Deutscher Meister im Kickboxen

Peter Eul ist Frisörmeister mit Leib und Seele. Und begeisterter Ehrenamtler ist er außerdem.
Dass er auch ein herausragend guter Sportler war, wissen weniger Menschen.1982 war er Deutscher Meister im Leichtkontakt-Kickboxen.
Links zum Thema
Spekulation um Nachfolge von Lena Strothmann

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group