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Passagiere: Die Fluggastzahlen lagen in Ahden in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt bei etwa 740.000. Probleme bereiten der Flughafen-Gesellschaft der Preiskampf der Airports aufgrund der schrumpfenden Zahl an Airlines sowie Zusatzbelastungen bei der Flugsicherheit und der Flughafenfeuerwehr. - © Marc Köppelmann
Passagiere: Die Fluggastzahlen lagen in Ahden in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt bei etwa 740.000. Probleme bereiten der Flughafen-Gesellschaft der Preiskampf der Airports aufgrund der schrumpfenden Zahl an Airlines sowie Zusatzbelastungen bei der Flugsicherheit und der Flughafenfeuerwehr. | © Marc Köppelmann

Kreis Paderborn Kreistag sagt Ja zu neuen Millionen für Paderborner Flughafen

Verkehr: Die Kommunen im Kreis müssen bis 2022 wohl rund 5,8 Millionen Euro mehr schultern. Kritiker finden deutliche Worte über die erhöhten Subventionen

Jens Reddeker
03.06.2019 | Stand 04.06.2019, 08:10 Uhr

Kreis Paderborn. Für wie wichtig Landrat Manfred Müller (CDU) die Abstimmung im Paderborner Kreistag über einen höheren Subventionszuschuss für den Flughafen hielt, hätte er deutlicher nicht machen können. Vor dem Kreishaus in der Aldegreverstraße hatte er neben Kreis-Fahnen auch Fahnen des Flughafens hissen lassen – und er trat für eine persönliche Erklärung sogar ans Rednerpult, das er sonst zumeist vortragenden Gästen überlässt. Nach engagierter Debatte über Kosten und Nutzen des Airports stand gegen 20.45 Uhr ein Ergebnis, das sich angedeutet hatte: CDU und FDP votierten für höhere Subventionen. Grüne, Piraten/Linke und FBI stimmten dagegen, SPD und AfD enthielten sich. Das Ergebnis bedeutet Grünes Licht für jährlich 5 statt 2,5 Millionen Euro Steuersubventionen für den Flughafen Paderborn/Lippstadt in den Jahren 2019 bis 2022. Der Kreis muss entsprechend der Anteile als größer Gesellschafter des Flughafens (57,5 Prozent) in den vier Jahren zusätzlich 5,8 Millionen Euro aufbringen. "Wer heute nicht für den Vorschlag stimmt..." Erwartet wird in Paderborn, dass die anderen kommunalen Gesellschafter – die Kreise Soest (12,5), Gütersloh, Lippe (je 8), Höxter und Hochsauerland (je 4) sowie die Stadt Bielefeld (6) – bis Mitte Juli ebenfalls ihr Okay geben. Landrat Müller, der auch Aufsichtsratschef der Flughafen-Gesellschaft ist, warf sich in die Bresche für „unseren Flughafen" wie er den Ahdener Airport nennt. „Dieser Flughafen hat die Region erfolgreich gemacht", sagt Müller und spitzt zu: „Wer heute nicht für den Vorschlag stimmt, ist für die Schließung." Für die IHK hatte zuvor der Paderborner Zweigstellen-Chef Jürgen Behlke die jüngsten Resultate einer Befragung über die wirtschaftliche Bedeutung des Airports dargelegt. Wenig angetan davon sind die Grünen. Ihre Fraktion sei nicht überzeugt, dass es kommunale Aufgabe sei, einen Flughafen zu unterhalten, sagt Fraktionschefin Kerstin Haarmann. Sie vermisst das Engagement der Wirtschaft. Fraktionskollege Harald Grünau meint, der Airport sei „ein Fass ohne Boden", da sich die Lage für Regionalflughäfen nicht verbessern werde. Die SPD drang nicht mit ihrem Antrag durch, neue Subventionen nur für zwei Jahre festzuschreiben, deshalb enthielt sich die Fraktion. CDU und Landrat argumentieren, nur über vier Jahre könne dem Flughafen ein verlässlicher Planungshorizont geboten werden. Dennoch schlägt Wolfgang Weigel für die Sozialdemokraten vor, im Kreis eine intensive politische Debatte über die zukünftige Bedeutung der verschiedenen Verkehrsträger zu führen. So fertige der Paderborner Hauptbahnhof jährlich 4,3 Millionen Passagiere ab, der Flughafen im gleichen Zeitraum rund 740.000.

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