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Handwerk Spekulationen um Nachfolge für Handwerkskammer-Präsidentin Lena Strothmann

Mancher wünscht sich einen Bielefelder für das höchste Ehrenamt der Handwerkskammer

02.05.2019 | Stand 02.05.2019, 21:40 Uhr

Bielefeld. Handwerkspräsidenten bleiben in der Regel lange im Amt. Erst recht in OWL. Der ehemalige Präsident Heinz F. Landré aus Herford, der 1974 nach der Vereinigung der beiden Handwerkskammern in Bielefeld und in Detmold gewählt wurde, hatte diesen Posten immerhin 24 Jahre lang. Seine Nachfolgerin, die Gütersloher Schneidermeisterin Lena Strothmann, wird im Sommer nach 21 Jahren abtreten. Es dürfte spannend werden, ob Vizepräsident Peter Eul ihr Nachfolger wird. Am 26. Juni wählt die neue Vollversammlung in Bielefeld neben den Ausschüssen auch den neuen, zwölfköpfigen Vorstand und aus dessen Reihen ein Präsidium samt Präsidenten und zwei Vize-Präsidenten. Denkbar wäre es, dass der bisherige Vizepräsident, der Friseurmeister Peter Eul aus Enger, qua Amt Strothmanns Nachfolger für die nächste fünfjährige Amtszeit wird. Er selbst schweigt bei öffentlichen Auftritten zu solcherlei Spekulationen. Bericht im Handwerksblatt als Fingerzeig Kritiker merken allerdings an, dass auch Eul kein Bielefelder ist und eigentlich mal ein Bielefelder an der Reihe wäre, um das höchste Ehrenamt der Handwerkskammer in der Teutostadt anzutreten. Mancher wertet es daher als einen Fingerzeig, dass kürzlich in der Deutschen Handwerks Zeitung, dem offiziellen Organ der bundesweit 23 Handwerkskammern, der Bielefelder Metallbauermeister Heiner Dresrüsse (56) unter der Überschrift „Handwerk fit für die Zukunft machen" vorgestellt wurde. Dresrüsse gehört dem jetzigen Kammer-Vorstand an. Der Metallbauermeister führt seit 1990 den väterlichen Betrieb unter seinem eigenen Namen weiter. Der Obermeister der Innung des Metallhandwerks engagiert sich seit 15 Jahren als Fachbeisitzer im Meisterprüfungsausschuss für das Metallbauer-Handwerk bei der Kammer. Seit 2014 führt er die Kreishandwerkerschaft Bielefeld als stellvertretender Kreishandwerksmeister. Es sei in Zeiten des Wandels wichtig, Weichen zu stellen. Die Digitalisierung betreffe alle Handwerke. So wolle er dazu beitragen, das Handwerk fit für die Zukunft zu machen, lautet die politische Botschaft von Dresrüsse. Parlament soll "bunter" werden Am 10. April hat die Kammer mit den Kreishandwerkerschaften 40 Arbeitgeber-Vertreter für die neue 60-köpfige Vollversammlung der Handwerkskammer auf die Wahlvorschlagsliste gesetzt. Kolping-Werk und Gewerkschaften wählten 20 Arbeitnehmer-Vertreter aus. Einige neue Namen stehen auf der Liste. Bei der Auswahl werden die Regionen und Gewerke in OWL, die alle im Parlament vertreten sein müssen, berücksichtigt. Der neue Hauptgeschäftsführer der Kammer, Jens Prager, hatte sich bei der vergangenen Vollversammlung vor einem Jahr jüngere und mehr weibliche Vertreter sowie insgesamt ein bunteres Parlament gewünscht. Die „ausgekungelte" Liste für die neue Vollversammlung werde von den Handwerkern stets abgenickt, sagen Insider. Die Tatsache, dass bisher nie „eine eigene eigene Liste vorgelegt" wurde, auch wenn dies theoretisch möglich ist, lasse doch mit Einschränkungen einige Zweifel an dem Wahlverfahren aufkommen.

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