0
Wenn die Bewerbung vernünftig aussieht, ist der erste Schritt in den neuen Job bereits getan. - © Picture Alliance
Wenn die Bewerbung vernünftig aussieht, ist der erste Schritt in den neuen Job bereits getan. | © Picture Alliance

Bewerbung Bloß nicht „Mausi_666“

Wer sich um einen Ausbildungsplatz bewerben möchte, sollte sich sorgfältig vorbereiten. Mit der Bielefelder Jugendberufsagentur haben wir Tipps dafür zusammengefasst, damit der Job nicht schon vorher zum Flop wird.

Oliver Herold
11.04.2019 | Stand 11.04.2019, 18:43 Uhr

Bielefeld. Eine gute Bewerbung zu schreiben, kann ganz schön Kopfzerbrechen bereiten. Klar, macht man ja nicht täglich und zu beachten gibt es auch Einiges. Doch eigentlich ist das Prozedere gar nicht schwer – wenn man die Anforderungen kennt und darauf achtet, es dem Personaler möglichst leicht zu machen. Martina Hoffmann, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit in der Jugendberufsagentur Bielefeld, erklärt, wie’s geht.

Grundlegendes

„Eine Bewerbung ist die Visitenkarte, mit der man sich Zutritt zu einem Unternehmen verschaffen kann", betont Hoffmann. Nicht selten kommen auf eine Stelle einhundert Bewerbungen. Von denen gilt es, sich abzuheben. Das Anschreiben also möglichst individuell und authentisch gestalten, gutes Papier nehmen, auf Vollständigkeit und Ordnung achten und über Berufsfeld und Unternehmen informieren, um beim Vorstellungsgespräch zu punkten. Wer sich bewirbt, sollte sich bewusst sein, dass es gerade um eine wichtige Entscheidung im Leben geht: Mindestens zwei bis drei Jahre lang wird man fast täglich bei diesem Arbeitgeber viel Zeit verbringen.

Das Anschreiben

Egal ob per E-Mail, online oder mit der klassischen Mappe per Post – der erste Eindruck zählt. Wer sich ordentlich präsentieren will, achtet auf ein klares Schriftbild und generiert einen Briefkopf, um der Bewerbung ein einheitliches Bild zu verleihen. Rechtschreibfehler, komplizierte Sprache mit Schachtelsätzen oder Konjunktiven, falsche Ansprechpartner oder Standardfloskeln wie „hiermit bewerbe ich mich" vermeiden! Idealerweise liest der Arbeitgeber bereits im Anschreiben die Motivation heraus. Den Text (maximal eine DIN-A4-Seite) kann man in vier Bereiche gliedern: 1.„Warum bewerbe ich mich für diesen Beruf bei diesem Unternehmen", 2. „Herausstellen der fachlichen Qualifikationen für die Stelle (Schulabschluss und Praktika)", 3. „Benennung der Softskills anhand von Beispielen" und 4. „Mit der Bitte um eine persönliche Einladung enden". Unbedingt an die eigenen Kontaktdaten wie Telefonnummer und eine seriöse E-Mail-Adresse denken.

Lebenslauf und Zeugnisse

Tabellarisch in Themenbereiche gegliedert und auf maximal zwei Seiten beschränkt sollte der Lebenslauf sein. Mit dem letzten Ereignis beginnen und dann chronologisch zurück. Vorhandene Kenntnisse und Fähigkeiten angeben. Unbedingt aufpassen, dass das Datum auf dem Anschreiben und dem Lebenslauf identisch ist. Unterschrift nicht vergessen. Dem Anhang Kopien der letzten beiden Zeugnisse und, falls vorhanden, Zertifikate oder Bescheinigungen von Praktika beifügen.

Bewerbung per E-Mail

Man sollte auch auf das gewünschte Dateiformat und die Dateigröße achten. Ist nichts genannt, die komplette Mappe in PDFs umwandeln, entsprechend benennen und an die Mail anhängen, die dann nicht größer als vier MB sein sollte. Im Internet gibt es kostenfreie Tools zum Zusammenfassen und Verkleinern von PDFs. Das Dokument muss danach gut lesbar bleiben. Die Mail nie an eine „Info@"-Adresse senden, sondern direkt an den Empfänger senden. Im Zweifel sollte man anrufen oder auf der Homepage nachschauen. Im Anschreiben den Namen des Adressaten richtig schreiben und auf „Sehr geehrte Damen und Herren" verzichten. Den Text in der E-Mail kurz halten, jedoch Namen und Grund des Schreibens nennen. Keine Abkürzungen wie MfG oder Emoticons verwenden.

Keine Antwort?

Hat man nach drei bis vier Wochen keine Antwort bekommen, ist eine Kontaktaufnahme per Telefon legitim. Für Gesprächsnotizen sollte man Zettel und Stift bereitlegen.

So ist’s falsch

Eklatante Grammatik- und Rechtschreibfehler, Zigarettenrauch oder Parfüm, Schnellhefter, Eselsohren, der falsche Ansprechpartner oder gar Beruf im Anschreiben sind absolute No-Gos. Zu wenig Porto oder beidseitig bedruckte Blätter sind auch keine guten Ideen. Wer sich per Mail bewirbt, sollte zudem auf eine seriöse Adresse achten. „Mausi_666" geht gar nicht. Immer ein aktuelles, professionelles Bewerbungsfoto verwenden, Datum und Unterschrift unter dem Lebenslauf nicht vergessen.

Gibt es irgendwo Hilfe?

Ab Klasse acht beraten Mitarbeiter der Jugendberufsagentur Schüler in den Schulen zum Thema Berufswahl und Bewerbung. Jederzeit können junge Menschen individuell Unterstützung erhalten, indem sie einen Beratungstermin in einer Jugendberufsagentur oder Arbeitsagentur vereinbaren.

Bewerbungstraining

Eine gezielte Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche im geschützten Rahmen stärkt Kompetenzen und Selbstbewusstsein. Solche Trainings, die laut Martina Hoffmann „absolut zu empfehlen" sind, werden auf Nachfrage beispielsweise in Schulen angeboten, aber eben auch in der Jugendberufsagentur. Mehr Infos: www.jba-bielefeld.de, www.planet-beruf.de

Empfohlene Artikel

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken

Newsletter abonnieren

Wirtschaft-OWL

Mächtige Familienunternehmen, kreative Start-ups, solides Handwerk – all das zeichnet Ostwestfalen-Lippe aus. Jeden Freitagmorgen neu versorgen wir Sie in unserem Wirtschaftsnewsletter mit den wichtigsten Informationen aus unserer starken Region. Damit Sie mitreden können.
realisiert durch evolver group