0
Wirbt für „optimales Logistikmanagement": Philip Harting zeigt in Hannover Ausrüstungselemente wie den Industriecomputer Mica, RFID-Antennen und Sensorikmodule für Logistikzentren. - © Krause
Wirbt für „optimales Logistikmanagement": Philip Harting zeigt in Hannover Ausrüstungselemente wie den Industriecomputer Mica, RFID-Antennen und Sensorikmodule für Logistikzentren. | © Krause

Hannover Messe Harting feilt an Fabrik der Zukunft

Hannover Messe: Das Technologie-Unternehmen hat seine Smart-Factory-Kompetenz erweitert und setzt verstärkt auf die Ausrüstung von Logistikzentren. In diesem Jahr soll die Marke von 800 Millionen Euro Umsatz geknackt werden

Martin Krause
02.04.2019 | Stand 02.04.2019, 15:51 Uhr
Tom Traue

Hannover/Espelkamp. Die Harting-Gruppe ist dynamisch unterwegs und hat den Sprung über die 800-Millionen-Marke im Visier. Nach dem rasanten zweistelligen Wachstum um fast 100 Millionen Euro auf 762 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017/18 (zum 30. September) peilt der Anbieter industrieller Steckverbinder für das laufende Jahr ein Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich an. „Das Klima wird etwas rauer und wir spüren die aufziehenden Konjunkturwolken. Damit es eine Vier vor dem Komma wird, müssen die zuletzt rückläufigen Auftragseingänge noch anziehen“, sagte Vorstandschef Philip Harting auf der Hannover Messe. Harting lobt das „Partnergeschäft“ der Messe, die im Kern eine europäische Messe sei. Es gebe die Chance, mit Kunden aus den Partnerländern (in diesem Jahr Schweden) ins Gespräch zu kommen, und zugleich könnten andere Marktteilnehmer kennengelernt werden: „Die Messe wirkt wie ein Türöffner, es ist Toll hier“, schwärmt Harting. "Deutsche müssen ihre Chancen in industrieller Produktion wahren" Im zukunftsweisenden Bereich Künstliche Intelligenz warnt Harting davor, dass den Europäern die Felle davonschwimmen. In vielen Bereichen gebe es Wettbewerb nur noch zwischen China und den USA – Deutsche und Europäer müssten nun wenigstens ihre Chancen im Bereich der Industriellen Produktion wahren. Die Übernahme des wichtigen deutschen Roboterbauers Kuka durch chinesische Investoren (Midea im Jahr 2016) sieht Harting bereits als Schwächung des Standorts Deutschland: „Das wäre den Franzosen mit ihrer Standortpolitik nicht passiert“ Dabei wandelt sich die Harting-Gruppe selbst mit Blick auf die digitale Fabrik immer mehr zu einem Sondermaschinenbauer und Komplettanbieter für maßgeschneiderte, hoch automatisierte Anlagen, erläuterte Harting. So hat sich die noch junge Tochtergesellschaft Harting Applied Technologies GmbH auf die Entwicklung und Erstellung von Spritzgussformen, Stanz-Biegewerkzeugen sowie von Fertigungsprozessen der Mikrotechnologie spezialisiert. Im neuen Hochregallager wird die digitale Welt ausprobiert Wie so ein digitaler Wandel in Logistik und Produktion funktioniert, demonstriert das Familienunternehmen etwa mit Elementen aus seinem eigenen neuen Logistikzentrum in Espelkamp. Das Hochregallager mit mehr als 40 Millionen Euro Investitionsvolumen befindet sich derzeit in der Testphase und soll Ende Juni an den Start gehen. „Hier haben wir mit einem hochautomatisierten Paletten-Handling die Möglichkeit, die digitale Welt selbst auszuprobieren“, so Philip Harting. Logistik zähle inzwischen zu Hartings Kernkompetenzen. Alle Artikel werden per RFID-Sensoren erfasst und die Logistik von „Mica“, dem von Harting entwickelten Edge-Computer, gesteuert. Die Intelligenz fährt sozusagen auf dem Gabelstapler mit. Ziele: den Warenumschlag beschleunigen, Standzeiten vermeiden, Wartungszyklen verringern.

realisiert durch evolver group