Entspannt im eigenen Büro am Oetker-Stammsitz: August Oetker wird am Sonntag 75 Jahre alt. - © Oliver Krato
Entspannt im eigenen Büro am Oetker-Stammsitz: August Oetker wird am Sonntag 75 Jahre alt. | © Oliver Krato

Interview August Oetker: "Am liebsten Vanillepudding mit Schokoladensoße"

August Oetker gibt mit seinem 75. Geburtstag den Vorsitz im mächtigen Oetker-Beirat auf. Sein letztes Interview in dieser Funktion lässt von Feierlaune nichts erkennen

Herr Oetker, was ist eigentlich ihr Lieblingsprodukt von Dr. Oetker?
August Oetker: Vanillepudding mit Schokoladensoße.

Gönnen Sie sich das zum 75. Geburtstag?
Oetker: Ja,aber nicht nur den, sondern auch weitere Produkte.

Wird kräftig gefeiert?
Oetker: Es wird eine Feier im Kreis meiner Familie sein.

Womit füllen Sie die freie Zeit? Sammeln Sie weiterhin Oldtimer?Welches ist das Lieblingsauto?
Oetker: Meine freie Zeit werde ich mit Vielem füllen, wozu ich bislang keine Zeit hatte. Oldtimer sammele ich nicht mehr, mein Lieblingsauto ist ein Mercedes 300 SL mit Flügeltüren.

Das Oetker-Gesetz will es so, dass Sie mit Ihrem 75. Geburtstag den Vorsitz des Beirats im Konzern räumen müssen. Fällt Ihnen das Loslassen schwer?
Oetker: Nein, das Loslassen fällt mir überhaupt nicht schwer. Es war der Wunsch meines Vaters, dass ich bis zur Vollendung des 75. Lebensjahres den Vorsitz im Beirat innehalte. Alles hat seine Zeit, und ich übergebe gern an Jüngere.

Sieht man Sie jetzt gar nicht mehr auf dem Werksgelände an der Lutterstraße?
Oetker: Doch, auch in Zukunft wird man mich dort sehen, aber sicherlich nicht mehr täglich.

Was hätten Sie gern noch vollendet? In einem gesunden Unternehmen ist nicht alles vollständig vollendet, denn alles entwickelt sich ständig weiter. Ist Ihnen auch mal etwas so richtig misslungen?
Oetker: Ja sicher, aber ich weiß nicht mehr, was das war.

Was ist Ihnen wichtiger: Die Kunst oder der Fußball?
Oetker: Die Kunst.

Mit Albert Christmann führt der erste familienfremde Manager den Konzern, an die Beiratsspitze rückt mit Rudolf Louis Schweizer jemand, der bislang im Familienstreit nicht aufgefallen ist. Herrscht jetzt Frieden?
Oetker: Sie wissen doch: Fragen wie diese beantworten wir nie!

Könnte irgendwann auch wieder ein Familienmitglied an der Spitze des Oetker-Konzerns stehen?
Oetker: Natürlich, das ist bei uns grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

Von der Reederei hat sich der Konzern, ich nehme an, schweren Herzens, getrennt. Seither kauft Oetker im Lebensmittelbereich kräftig zu. Ist das die Strategie? Fokus auf die Nahrungsmittel-Sparte?
Oetker: Wir werden für alle unsere Unternehmen die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, die sie für ihre Entwicklung und Expansion benötigen.

Der frühere Finanzchef Ernst F. Schröder hatte einst die Devise herausgegeben, Oetker solle alle zehn Jahre den Umsatz verdoppeln. Wann erreicht der Konzern ohne die Reederei wieder die Zahl aus der Zeit mit der Reederei?
Oetker: Das müssen Sie den jetzigen Finanzchef unserer Gruppe fragen.

Auf Wunsch des Unternehmens mussten wir die Fragen schriftlich einreichen. Nachfragen waren damit nicht möglich.

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