Dicht an dicht: Autos stehen auf dem Münchner Ring in beide Richtungen im abendlichen Stau. Münchner Autofahrer stehen einer Studie zufolge in Bayern am längsten im Stau - durchschnittlich 140 Stunden im vergangenen Jahr. In NRW ist Bonn Stau-Sieger. - © picture alliance/dpa
Dicht an dicht: Autos stehen auf dem Münchner Ring in beide Richtungen im abendlichen Stau. Münchner Autofahrer stehen einer Studie zufolge in Bayern am längsten im Stau - durchschnittlich 140 Stunden im vergangenen Jahr. In NRW ist Bonn Stau-Sieger. | © picture alliance/dpa

Verkehr Studie: Autofahrer stehen ganze Tage ihres Lebens im Stau

Deutsche Autofahrer verbringen durchschnittlich mehr als 120 Stunden pro Jahr im Stau. Ganze fünf Tage ihres Lebens stehen vor allem deutsche Pendler in den Morgen- und Abendstunden auf Autobahnen, Bundesstraßen und an großen Kreuzungen

Berlin (dpa). Deutsche Autofahrer verbringen durchschnittlich mehr als 120 Stunden pro Jahr im Stau. Ganze fünf Tage ihres Lebens stehen vor allem deutsche Pendler in den Morgen- und Abendstunden auf Autobahnen, Bundesstraßen und an großen Kreuzungen. Laut den neuen Ergebnissen der 2018 Global Traffic Scorecard des Verkehrsinformationsanbieters INRIX, die jährlich Stau- und Mobilitätstrends in mehr als 200 Städten und 38 Ländern identifiziert und bewertet, müssen die Berliner besonders viel Geduld auf den Straßen aufbringen – sie opfern insgesamt 154 Stunden ihrer Zeit im Jahr dem Verkehr. Auf den Plätzen 2 und 3 der staureichsten Städte Deutschlands 2018 liegen München und Hamburg, mit 140 beziehungsweise 139 Stunden verlorener Zeit im Stau. Mit deutlichem Abstand von etwa 30 Stunden folgen weitere Großstädte wie Leipzig, Stuttgart, Nürnberg und Frankfurt. Deutsche Städte stehen allerdings noch recht gut da: Metropolen wie Rom, Paris, London und Moskau liegen bei deutlich mehr als 200 Stunden. Autofahrer in Bogotá (Kolumbien) standen 2018 rund 11 Tage im Stau, in Rom waren es immerhin noch 10,5 Tage. Inrix erfasste 2018 nicht nur die Zeit, die Autofahrer im Stau verbrachten, sondern auch die Zeit in zähfließendem Verkehr. In NRW ist die Situation in Bonn am schlimmsten In NRW ist die Situation in Bonn am schlimmsten. Bonner Autofahrer stehen der Studie zufolge durchschnittlich 104 Stunden im Stau. Bundesweit belegt Bonn Platz 8, gefolgt von Düsseldorf (100 Staustunden) und Köln (99). In Köln liegt der Studie zufolge einer der am dichtesten befahrenen Straßenabschnitte Deutschlands: Es ist das innerstädtische Kreuz B/55/B9 von der Roonstraße bis zur Turiner Straße. Zu Staus gibt es unterschiedliche Statistiken. Der Autofahrerverein ADAC etwa untersucht die Staulängen auf Autobahnen. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW ist demnach am stärksten belastet. Das Unternehmen Inrix dagegen hat Städte im Blick und dort alle Straßen. Die Daten kommen von Autoherstellern und Verkehrsbehörden. Verglichen wird die durchschnittliche Fahrtdauer mit der schnellstmöglichen Verbindung.Inrix erfasste 2018 anders als in den Vorjahren nicht nur die Zeit, die Autofahrer im Stau verbrachten, sondern auch die Zeit in zähfließendem Verkehr. Dadurch erhöhte sich der durchschnittliche Zeitverlust gegenüber 2017 deutlich. Auf vergleichbarer Basis gerechnet sei die Belastung aber gesunken, betonte das Institut. ADAC empfiehlt Pendlern Umstieg auf ÖPNV Autofahrer, die in die Ballungszentren und Innenstädte pendeln müssen, stehen oft im Stau. Wer kann, meidet die stärksten Stoßzeiten, rät der ADAC. Häufig reiche schon, sich eine halbe Stunde früher oder später auf den Weg zu machen. Oder die Pendler weichen gleich auf öffentliche Verkehrsmittel aus. Gerade in staugeplagten Städten und Ballungsräumen gebe es in vielen Fällen Alternativen, mit denen sie unter Umständen auch schneller vorwärts kommen.Wer Fahrgemeinschaften bildet, trägt dazu bei, dass die Zahl der Autos auf den Straßen sinkt, ergänzt der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). Außerdem gibt es zumindest Unterhaltung mit den Mitfahrern während des Stillstands. Neben dem Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bleiben auch noch E-Bike beziehungsweise Fahrrad - wenn die Strecke nicht zu lang ist.

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