Schlüsselprodukt für Miele: Waschmaschinen werden künftig außer in Gütersloh auch im neuen Werk im polnischen Ksawerow produziert. - © dpa
Schlüsselprodukt für Miele: Waschmaschinen werden künftig außer in Gütersloh auch im neuen Werk im polnischen Ksawerow produziert. | © dpa

Gütersloh Miele verschärft Sparkurs: Kosten sollen massiv sinken, Stellen fallen weg

Berater von McKinsey sind in Gütersloh. Sie sollen mindestens 100 Millionen Euro Einsparpotenzial finden. Zusätzliche Spareffekte wird das neue Werk in Polen haben - in Gütersloh fallen dafür bis zu 500 Stellen weg

Martin Krause

Gütersloh. Für den Hausgerätehersteller Miele ist die Waschmaschine ein Schlüsselprodukt. Das Werk am Stammsitz in Gütersloh soll sich die Produktion von mehr als einer Million Waschmaschinen pro Jahr künftig mit dem neu entstehenden Werk im polnischen Ksawerow (in der Nähe von Lodz) teilen, bestätigte Unternehmenssprecher Carsten Prudent. Bis zu 500 Stellen werden dafür in den kommenden Jahren bis 2025 in Gütersloh abgebaut. Derzeit sind hier noch mehr als 5.300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Stellenabbau soll sozialverträglich geschehen, wie es heißt - durch Ausnutzung der Fluktuation. Doch Miele spart nicht nur durch die Verlagerung der Produktion ins billigere Polen, wo das Werk Anfang 2020 mit etwa 400 Mitarbeitern eröffnet werden soll. Zusätzlich ist die weltweit aktive Unternehmensberatung McKinsey damit beauftragt worden, den Konzern mit seinen weltweit 20.100 Mitarbeitern (davon 11.200 in Deutschland) zu durchleuchten. "Permanent Unternehmensberater im Einsatz" Kosteneinsparungen von „deutlich mehr als 100 Millionen Euro" werden pro Jahr angestrebt. Ergebnisse und konkrete Empfehlungen werden 2019 von McKinsey erwartet. "Dies dient der Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit aller Standorte der Miele-Gruppe im In- und Ausland", so Prudent. Bisher sei die Wettbewerbsfähigkeit noch hoch: Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen den Umsatz um 4,3 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro - und damit erstmals über die Marke von vier Milliarden - gesteigert. Allerdings war der Zuwachs auch durch die Übernahme der italienischen Medizintechnikfirma Steelco entstanden. Ein Team von McKinsey nimmt für den Sparkurs jetzt alle Strukturen und Prozesse unter die Lupe. "Initiativen dieser Art sind für größere Unternehmen unverzichtbar", sagt der Sprecher. "Daher sind auch bei Miele praktisch permanent Unternehmensberater im Einsatz."

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