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Macher in der Möbelbranche: Kurt Krieger bei einer Pressekonferenz Duisburg im Jahr 2017. In diesem Jahr kaufte sein Unternehmen die Finke-Gruppe. - © picture alliance / Roland Weihrauch
Macher in der Möbelbranche: Kurt Krieger bei einer Pressekonferenz Duisburg im Jahr 2017. In diesem Jahr kaufte sein Unternehmen die Finke-Gruppe. | © picture alliance / Roland Weihrauch

Paderborn Kurt Krieger ist der Mann hinter dem Finke-Beben

Der Berliner Möbelunternehmer Kurt Krieger hat den Paderborner Mitbewerber gekauft und lässt dessen Stammhaus schließen. Doch wer ist der medienscheue Millardär? Wir klären auf

Martin Fröhlich
07.11.2018 | Stand 08.11.2018, 17:04 Uhr

Paderborn/Berlin. Kurt Krieger (70) ist einer der großen Macher im deutschen Handel. Er hat den klassischen Aufstieg hingelegt, fing einst klein mit dem ersten eigenen Möbelgeschäft in Berlin-Wedding an. Heute zählt ihn das Managermagazin zu den Milliardären im Land, beziffert sein Vermögen auf 1,3 Milliarden Euro. In diesem Jahr hat Krieger mit seiner Höffner-Gruppe die Paderborner Finke-Möbelhäuser übernommen und nun die Schließung des Stammhauses für 2019 angekündigt.

Zu Kriegers Unternehmensgruppe, die hinter Ikea als einer der größter Player im Möbelmarkt gilt, zählen die Marken Höffner, Walther (Hessen) und Kraft – und nun eben auch Finke. Krieger scheint ein Mann zu sein, der gern seine eigene Wege beschreitet, unabhängig von dem, was andere denken. Seine Eltern sollen ihm einst angeboten haben, ihr alteingesessenes Möbelgeschäft in Berlin zu übernehmen. Er lehnte ab und gründete lieber selbst neu. Krieger kaufte eine ehemalige Schokoladenfabrik, erwarb die Namensrechte am früheren Möbelhaus Höffner und legte los.

Besitzer des Duisburger Loveparade-Geländes

Da war er gerade einmal 20 Jahre alt. Nebenbei studierte er Betriebswirtschaftslehre. Mit diesem Rüstzeug ging er dann im Zuge der Wiedervereinigung in die Offensive: Ein Möbelhaus nach dem anderen entstand in den fünf neuen Bundesländern. Später folgten Hamburg, Hannover und weitere. Dabei beweist der Unternehmer meist langen Atem. Manches Projekt zog sich mehr als zehn Jahre hin, nachdem er ein Areal erworben hatte. Stillstand herrscht, so ist aus Bremen und Düsseldorf derzeit zu hören, bei den dortigen Plänen für ein Möbelhaus.

Nicht immer läuft alles so, wie der Macher aus Berlin sich das vorstellt. In Duisburg erwarb er ein Areal, kündigte dort ein Möbelhaus an. Dann wollte er jedoch lieber ein Designer Outlet Center bauen. Das aber wurde per Bürgerentscheid gestoppt. In den Fokus rückte er in Duisburg auch, weil ihm jenes Gelände gehört, auf dem sich im Jahr 2010 die Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten ereignete. Für Schlagzeilen sorgten 2013 auch die Verhandlungen der Stadt und der Hinterbliebenen mit Krieger über eine Gedenkstätte.

Am Markt "übrig bleiben"

Aktuell treibt Krieger Pläne für ein Großprojekt in Berlin-Pankow voran. 2.000 Wohnungen sollen dort auf dem Areal eines ehemaligen Rangierbahnhofs (Pankower Tor) entstehen. Außerdem ein Einkaufszentrum und eine Schule und - ein Möbelmarkt. Geplant hatte Krieger zwei, doch die Politik machte Druck für mehr Wohnungen. 550 Millionen Euro gab Krieger in Berlin als Investitionsvolumen an. Die Absichtserklärung zum Bau unterzeichnete er öffentlich. Sonst hält er sich häufig eher im Hintergrund. Tochter Sonja (38) führe ja in erster Linie die Geschäfte, hat Krieger mehrfach gesagt.

Seine Strategie im Möbelmarkt hat er in einem Interview mit der "Welt" im Jahr 2012 so beschrieben: „Bei Baumärkten gibt es noch fünf oder sechs relevante Anbieter, bei Drogeriemärkten noch drei. Ein ähnlicher Prozess läuft auch bei Möbelhäusern. Es findet eine Marktauslese statt, und unser Ziel ist ganz einfach: "Wir wollen zu den letzten gehören, die übrig bleiben."



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