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Der Finke-Standort in Paderborn - 2019 soll das Gebäude abgerissen werden. - © Andreas Götte
Der Finke-Standort in Paderborn - 2019 soll das Gebäude abgerissen werden. | © Andreas Götte

Paderborn Möbelhaus Finke schließt Paderborner Standort - Abriss geplant

340 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Die Logistik in Paderborn soll erhalten bleiben

Hans-Hermann Igges
05.11.2018 | Stand 06.11.2018, 09:19 Uhr
Viktoria Bartsch

Paderborn. Der Finke-Standort in Paderborn wird geschlossen - nach ersten Informationen wurden die Mitarbeiter am Montagvormittag in einer Versammlung über die Schließung informiert. Demnach könnte in Paderborn am 30. Juni 2019 Schluss sein. „Finke ist ein Sanierungsfall. Schon lange macht das Unternehmen operative Verluste, die seinen Bestand ernsthaft gefährden. Die Gründe dafür liegen in der Vergangenheit, sind vielfältig und nicht mehr zu ändern. Klar ist aber, wir wollen das Unternehmen retten. Dazu sind auch schmerzhafte Einschnitte unausweichlich", sagt Kurt Krieger, Inhaber der Krieger Handel SE in einer Pressemitteilung. Das Verkaufshaus in Paderborn soll Mitte des kommenden Jahres geschlossen und abgerissen werden. Die Verwaltung soll zum Ende des Jahres 2019 schließen. Mit dem Betriebsrat soll zeitnah ein Sozialplan und Interessenausgleich verhandelt werden. Standorte in Münster, Hamm und Kassel Die Filialen in Münster, Hamm und Kassel sowie die Logistik in Paderborn sollen erhalten und künftig aus der Zentral-Verwaltung in Berlin geführt werden. „Auch in diesen Filialen sind umfangreiche Maßnahmen notwendig. Finke hat deutlich zu hohe Kosten und ist auch deshalb nicht wettbewerbsfähig. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden wir auch hier Sozialpläne erarbeiten und die nötigen Anpassungen so sozial verträglich wie möglich gestalten", sagt Krieger weiter. „Finke verliert jeden Tag Geld. Und der Wettbewerb wird immer härter. Wir müssen uns neu aufstellen, nur dann haben wir auch eine Zukunft." In Paderborn sind 340 Mitarbeiter von der Schließung betroffen. Insgesamt zählen rund 1.600 Mitarbeiter zur Unternehmensgruppe. Laut Nachfrage von nw.de gibt es bereits Kontakte zwischen dem Betriebsrat, der Arbeitsagentur sowie einem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Der Betriebsrat zeigte sich insgesamt überrascht über die Aufgabe des Paderborner Standorts - erst vor wenigen Wochen hatte Finke-Hauptgeschäftsführer Franz-Josef Golüke gegenüber Bürgermeister Michael Dreier bekräftigt, dass kein Standort in Paderborn aufgegeben werde und die Marken Finke und Preisrebell erhalten blieben. Lebenswerk werde platt gemacht „Das war so nicht absehbar, deshalb bin ich tief geschockt und sehr überrascht." Mit diesen Worten kommentierte Paderborns Bürgermeister Michael Dreier die Entscheidung der Krieger-Gruppe. Das Lebenswerk Wilfried Finkes werde im wahrsten Sinnen des Wortes platt gemacht. „Die Stadt hat nach wie vor ein sehr großes Interesse, Paderborn als bedeutenden Standort für den Möbelhandel zu erhalten. Deshalb werde ich mich klar für einen Wiederaufbau des Möbelhauses einsetzen. Dabei bekommt die Krieger-Gruppe jede mögliche Unterstützung seitens der Stadt Paderborn", so Dreier weiter.

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