Vollgetankt: Auch Stromtankstellen gibt es weiter zu selten - © Picture Alliance
Vollgetankt: Auch Stromtankstellen gibt es weiter zu selten | © Picture Alliance

Wirtschaft Warum Deutschland elektrisch weiter hinterher fährt

Geringe Zuwachsraten: Nur knapp zwei Prozent der Neuzulassungen verfügt über einen Elektro-Motor

Stefan Schelp

Bielefeld. Die heimischen Autohersteller überschlagen sich derzeit beinahe mit ihrer Werbung für Elektro-Fahrzeuge. Das Problem: Die Werbung hält (noch) nicht, was sie verspricht. Erst in rund zwei Jahren, schätzt Auto-Experte Stefan Bratzel, werde die E-Mobilität in Deutschland richtig Fahrt aufnehmen. Die heimischen Unternehmen müssten ihre Aktivitäten kräftig hochfahren, „um nicht international Marktanteile und Image einzubüßen". Bratzel hat eine Studie vorgelegt, die zeigt, wie weit die deutschen Hersteller in Sachen Elektromobilität noch immer im Hintertreffen sind.Mickrige 1,9 Prozent Bis Ende September hat Deutschland die Zahl der elektrischen Neuzulassung um 36 Prozent auf 50.141 Neuzugänge gesteigert. Der Marktanteil steigt damit von mickrigen 1,4 Prozent auf noch immer mickrige 1,9 Prozent. Dagegen beträgt der Anteil neuzugelassener Diesel noch immer 31,7 Prozent, Benziner liegen bei 62,6 Prozent, hat das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach errechnet. Das CAM ist eine Zweigniederlassung der Bielefelder Fachhochschule der Wirtschaft FHDW. China bleibt unerreicht Unerreichbar für deutsche Hersteller ist der chinesische Markt für Elektro-Autos. Hier stieg die Zahl der elektrischen Neuzulassungen auf 718.000 Fahrzeuge, was ein Plaus von rund 80 Prozent bedeutet. Und das, obwohl die chinesische Regierung die Subvention für Elektro-Mobile mit einer Reichweite von weniger als 150 Kilometern stark gekürzt hatte. Der Marktanteil steigt damit auf 3,5 Prozent. An den ausländischen Autoherstellern geht dieser Boom allerdings fast vollständig vorüber. Der chinesische Markt wird in diesem Segment nahezu ausschließlich von heimischen Herstellern bedient. Der zweitgrößte Absatzmarkt bleiben die USA, gefolgt von Norwegen. Erst danach kommt der deutsche Markt.

realisiert durch evolver group