Die Billigfluglinie Small Planet hatte in der Vergangenheit immer wieder mit heftigen Flugverspätungen zu kämpfen. - © Alexandra Schaller
Die Billigfluglinie Small Planet hatte in der Vergangenheit immer wieder mit heftigen Flugverspätungen zu kämpfen. | © Alexandra Schaller

Paderborn/Gütersloh Small Planet: Pilot muss Alkoholtest absolvieren

Verspätung: Der Billigflieger sorgt am Paderborner Airport für die nächsten Schlagzeilen

Jan Ahlers
17.09.2018 | Stand 17.09.2018, 09:45 Uhr

Paderborn/Gütersloh. Die Schlagzeilen um die am Flughafen Paderborn-Lippstadt stationierte Billigfluggesellschaft Small Planet reißen auch zum Ende der Sommerurlaubszeit nicht ab. An diesem Samstagnachmittag warteten zahlreiche Urlauber auf dem Weg nach Teneriffa vergeblich auf ihren Abflug. Der Grund ist kurios. Reinhard Fränkel aus Gütersloh ist einer von vielen Betroffenen. Er erzählt, dass sich die ursprüngliche Abflugzeit von 14:15 Uhr immer weiter verzögert hätte. „Dann sollte plötzlich eine Maschine aus Mailand kommen", sagt Fränkel. Tatsächlich erschien ein Ersatzflieger der kaum bekannten Gesellschaft „Avia Trade", wie der Flughafen bestätigte. „Wir kannten die Airline nicht, die den Flieger stellte, und das Bordpersonal sprach kein Wort Deutsch", schildert der unzufriedene Passagier. Erst gegen 23 Uhr habe schließlich das Boarding begonnen – doch dann begann die Ratlosigkeit von neuem. Fränkel: „Der Pilot sagte, es müssten sofort 40 Leute aussteigen, sonst werde er nicht abheben." Grund sei ein deutlich überladenes Flugzeug, das so unter keinen Umständen ab Paderborn starten dürfte. Zudem machte das Gerücht die Runde, dass der Pilot bereits seit 36 Stunden ununterbrochen im Dienst sei. "Die Hälfte der Passagiere wollte nicht mehr mitfliegen" Doch die Situation erfuhr noch eine neue Wendung: Plötzlich wurde der Pilot von der Polizei, die offenbar durch Passagiere gerufen worden war, abgeführt und musste einen Alkoholtest absolvieren, wie die Paderborner Polizei bestätigt. „Wir konnten jedoch nichts Auffälliges feststellen", sagt ein Polizeisprecher dazu. „Es könnte auch eine Retourkutsche durch einen Fluggast gewesen sein." Ob der Pilot noch flugtauglich gewesen sei, konnte nicht beantwortet werden. Die Airline Small Planet war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Diverse Passagiere, darunter Reinhard Fränkel, hatten ohnehin genug gesehen und stiegen aus. „Sicherlich die Hälfte der Passagiere hat sich geweigert, in diesem Flugzeug abzuheben." Der Flug sei dann auf Sonntagmittag verschoben worden, berichtet der Gast, der kurz darauf seinen Urlaub bei Reiseveranstalter TUI stornierte. Fränkel hat aus dem Desaster eine Lehre gezogen: „Ich fahre nun in der kommenden Woche nach Spiekeroog."

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