Siemens-Chef Joe Kaeser hatte im Mai AfD-Frau Alice Weidel attackiert. Zu dem Tweet stehe er weiterhin, sagt er. - © picture alliance / Sven Simon
Siemens-Chef Joe Kaeser hatte im Mai AfD-Frau Alice Weidel attackiert. Zu dem Tweet stehe er weiterhin, sagt er. | © picture alliance / Sven Simon

Wirtschaft Nach AfD-Tweet: Siemens-Chef Kaeser warnt vor Rassismus und Nationalismus

München (KNA). Siemens-Chef Joe Kaeser (61) hat davor gewarnt, dass Nationalismus und Rassismus in Deutschland zur Normalität werden. "Es haben damals beim Nationalsozialismus zu viele Menschen geschwiegen, bis es zu spät war. Und das darf uns in Deutschland nicht wieder passieren", sagte Kaeser am Samstag dem Bayerischen Rundfunk in München. Für die hiesige Wirtschaft wäre es laut Kaeser verheerend, wenn Nationalismus und Rassismus salonfähig würden. Deutschland lebe vom Export und möglichst offenen Grenzen. Viele Konzerne agierten international, mit Mitarbeitern und Kunden jeder Hautfarbe und Religion. Bei dem Thema gehe es neben humanistischen Werten auch um geschäftliche Interessen. Der Vorstandsvorsitzende äußerte sich auch zu seiner Kritik an der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel im Mai. Beim Kurznachrichtendienst Twitter hatte Kaeser damals geschrieben, Weidel schade mit ihrem Nationalismus dem Ansehen Deutschlands in der Welt. Die Politikerin hatte zuvor im Bundestag unter anderem von "Kopftuchmädchen" gesprochen. Lieber „Kopftuch-Mädel" als „Bund Deutscher Mädel". Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt. #Bundestag#Bundesregierung#steffenseibert — Joe Kaeser (@JoeKaeser) 16. Mai 2018 Er bedauere seinen Tweet nicht, sagte Kaeser nun. "Es ging darum, dass die Äußerungen, die im Bundestag getätigt wurden, rassistisch waren, Ausgrenzung bedeutet haben und sehr stark an eine Tonalität erinnert haben, die die deutsche Geschichte zu ihren dunkelsten Flecken überhaupt geführt hat." Es sei wichtig, gesellschaftliche Verantwortung nicht nur in Sonntagsreden zu übernehmen.

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