Glückliche Gewinner: (von links) Michael Morasch, Damir Hrnjadovic, Niklas Lange (alle Gewinner des Foundershack von der Projektgruppe "greenCYCLE") mit Dr. Florian Nielsen (Smart Home Miele) und Dr. Christian Kluge (Geschäftsführer Miele Venture Capital). Foto: Wolfgang Rudolf - © Wolfgang Rudolf
Glückliche Gewinner: (von links) Michael Morasch, Damir Hrnjadovic, Niklas Lange (alle Gewinner des Foundershack von der Projektgruppe "greenCYCLE") mit Dr. Florian Nielsen (Smart Home Miele) und Dr. Christian Kluge (Geschäftsführer Miele Venture Capital). Foto: Wolfgang Rudolf | © Wolfgang Rudolf

Wirtschaft Lang lebe die Waschmaschine

Bielefeld. Noch vor einigen Wochen hätten sich Michael Morasch, Damir Hrnjadovic und Niklas Lange auf der Straße vermutlich keines Blickes gewürdigt. Doch beim diesjährigen "Founders Hack" mussten die drei mit drei weiteren Kollegen mehr oder weniger freiwillig zusammenarbeiten: Als Team "greenCYCLE" haben sie gemeinsam für das Unternehmen Miele eine Idee entwickelt, die ihnen nicht nur den 1. Platz und 5000 Euro Siegprämie gesichert hat. Bald könnten die sechs Jungs darüber hinaus ihr eigenes Start-up auf die Beine stellen. "Wir haben uns direkt gut verstanden, obwohl wir uns nicht kannten. Das war fast ein wenig beängstigend - es lief einfach zu gut", sagt Michael Morasch rückblickend mit einem Schmunzeln. Der 22-Jährige studiert kognitive Information an der Universität in Bielefeld und hat sich mit seinen Kollegen der Aufgabe des Unternehmens Miele gestellt. "Wir sollten Ideen entwickeln, um den Gebrauchtwarenmarkt für Premiumelektrogeräte besser zu erschließen", erläutert der ausgebildete Wirtschaftsingenieur Damir Hrnjadovic (30) die Hintergründe. Denn: Aktuell vermietet Miele zwar bereits Elektrogeräte für eine Dauer von zwei Jahren. Danach wird das Gerät allerdings nicht mehr weiter genutzt. "Und das obwohl die Lebensdauer einer Waschmaschine unserer Marke bei rund 20 Jahren liegt", betont Florian Nielsen vom Bereich Smart Home bei Miele. Die jungen Gründer hatten daher die Idee, einen nachhaltigen Kreislauf für gebrauchte Haushaltsgroßgeräte zu entwickeln: Nach Ablauf der zwei Mietjahre sollen die Mieter die Möglichkeit bekommen, das Gerät noch weiter zu mieten oder es käuflich zu erwerben. Hat der Mieter daran kein Interesse, wollen die Gründer die Marken-Geräte auf einer Plattform anbieten und damit neue Interessenten für Miete oder Kauf des Geräts anlocken. "Die Bereitschaft, gebrauchte Geräte zu erwerben ist unserer Meinung nach in der Bevölkerung definitiv gegeben", meint Damir Hrnjadovic. Zielgruppe sollen laut Niklas Lange (21) nicht nur Studenten, Singles oder junge Familien sein, die sich aktuell einen Neukauf der Markenware nicht leisten können. "Auch junge Menschen, die häufig den Arbeitsplatz wechseln, könnten von einer kurzfristigen Mietlösung profitieren", meint er. Florian Nielsen bezeichnet die Lösung der sechs Jung-Unternehmer als "äußerst charmant". "Miele steht für Nachhaltigkeit - die Idee passt daher zu uns", betont er. Ob sich aus den jungen Unternehmern nun tatsächlich ein Start-up entwickeln wird, bleibt vorerst allerdings noch offen. "Zuerst werden wir die Zusammenarbeit mit Miele vertiefen und uns untereinander noch besser kennenlernen", sagt Niklas Lange. Erst dann stehe fest, ob alle sechs Gründer hinter der Ideen stünden und sich auch langfristig in ein potentielles Unternehmen einbringen würden. Die Herangehensweise ist auch für Christian Kluge, Geschäftsführer der Miele Venture Capital GmbH, der richtige Weg: "Es wird sich zeigen, ob beide Seiten langfristig an das Konzept glauben." Werden sich alle Beteiligten einig, erwartet die Jung-Unternehmer eine sechsmonatige Coachingphase, in der sie nicht nur lernen sollen, was alles zur Führung eines Unternehmens gehört. Gleichzeitig sollen sie sich erste konkrete Ziele stecken und diese auch erreichen. Läuft alles gut, geht es erst dann an die formelle Gründung des Start-ups. Als erster Investor säße Miele laut Christian Kluge dann im Boot. "Wir erhoffen uns allerdings eine Lösung für die gesamte Branche und damit langfristig auch weitere Investoren für das neue Unternehmen", betont er. Die drei angehenden Gründer sind sich zumindest in einem Punkt einig: Sie wollen Gründer sein. Niklas Lange, der derzeit ein duales Studium bei Dr. Oetker absolviert, bringt es auf den Punkt: "Der erste Schritt zum Unternehmer ist gemacht. Jetzt gilt es, dran zu bleiben."

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