Das dubiose Unternehmen Firmenwelten hatte seinen Sitz offiziell in der Bahnhofstraße in Bielefeld. - © Christian Weische
Das dubiose Unternehmen Firmenwelten hatte seinen Sitz offiziell in der Bahnhofstraße in Bielefeld. | © Christian Weische

Wirtschaft Anlagebetrüger soll mit Bielefelder Firma Millionen abgezockt haben

Martin Krause

Augsburg/Bielefeld. In Bielefeld sorgte er nach einem Bericht des Magazins Finanztest schon 2007 für Ärger, weil er sich fälschlich als Rechtsanwalt ausgab: Rainer von Holst. Gegen den windigen Unternehmer, dessen in Bielefeld ansässige Firmenwelten AG im April 2017 einen Insolvenzantrag stellte, ermittelt die Staatsanwaltschaft Augsburg wegen Betrugsverdachts. Ein Behördensprecher bestätigte, das Verfahren laufe schon seit dem Jahr 2016. Ermittelt werde gegen insgesamt sieben Verdächtige; im März 2017 habe es an mehreren Orten Durchsuchungen gegeben, darunter auch in Bielefeld. Ein zweites Verfahren, bei dem der angeblich in den USA untergetauchte von Holst eine Rolle spielt, läuft bei der Abteilung Cyberkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Die Ermittlungen drehen sich um den Onlinedienst Gerlachreport, bestätigte ein Behördensprecher. Verführerische zweistellige Renditeversprechen Finanztest berichtet, Rainer von Holst und seine teils von Familienmitgliedern geführte Firmengruppe habe tausende leichtgläubige Anleger mit „verführerischen" zweistelligen Renditeversprechen „um zig Millionen Euro" geprellt. Mit diffamierenden Berichten im Gerlachreport sollen Unternehmen zudem zu Zahlungen erpresst worden sein. Wie das Amtsgericht Bremen mitteilte, ist der Insolvenzantrag für die Firmenwelten AG vor einigen Tagen mangels Masse abgewiesen worden. Das Verfahren lief in Bremen, weil dort zwei als Vorstand und Gesellschafter fungierende Mitglieder der Familie von Holst gemeldet sind. Die Steuerberaterin Alexandra Ohlhorst war seit 2017 vorläufige Insolvenzverwalterin.

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