Die Herforder Brauerei in Hiddenhausen. - © Jens Reddeker
Die Herforder Brauerei in Hiddenhausen. | © Jens Reddeker

Herford Warsteiner-Konzern gewährt Gnadenfrist für Herforder Pils

Die Brauerei will sich verschlanken und 240 Stellen abbauen. Gleichzeitig soll investiert werden. Für den Standort in Hiddenhausen wird ein Partner gesucht

Christina Römer
Peter Steinert

Herford. Die Warsteiner Brauerei richtet ihr Unternehmen neu aus. In der Folge sollen bis zu 240 Stellen abgebaut und gleichzeitig rund 250 Millionen Euro investiert werden. Für die Herforder Brauerei werde ein Partner gesucht, gab Alessandra Cama, Geschäftsführerin Strategie und Unternehmensentwicklung von Warsteiner, gegenüber der Neuen Westfälischen bekannt. Auch Verkauf der Brauerei sei eine Option „Die Herforder Brauerei ist nicht mehr im Alleingang wirtschaftlich zu stemmen", sagt Cama. Von den Kündigungen sei der Standort in Hiddenhausen, an der Grenze zu Herford derzeit nicht betroffen. Es sei der Wunsch des Unternehmens, die Brauerei gemeinsam mit einem Partner fortzuführen und die Marke „Herforder Pils" zu behalten und fortzuführen. Der Verkauf der Brauerei sei ebenfalls eine Option, allerdings nicht die bevorzugte. Die Warsteiner Brauerei, mit derzeit 1.500 Mitarbeitern, sei gezwungen sich neu auszurichten, da sie massiv Absatz verliere. Das Jahr 2017 hatte Warsteiner mit 4,7 Prozent Absatzverlust im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren hat Warsteiner nach Marktdaten 27,9 Prozent Absatz eingebüßt. Auf Kerngeschäft konzentrieren Im Herbst 2017 hatte die Brauerei aus diesem Grund ein selbst ernanntes „Zukunftsprogramm" anlaufen lassen und die Unternehmensberatung Roland Berger an Bord geholt. Ziel des nun bekannt gewordenen Programms ist es, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, Kosten zu optimieren und die Organisationsstruktur flexibler zu machen. „Auch wenn wir schon seit Jahren Absatz verlieren, haben wir die Brauereistruktur nicht entsprechend angepasst", sagt Alessandra Cama, die seit Herbst 2017 für Warsteiner arbeitet und vorher für Roland Berger Brauereien beraten hat. Trennen möchte sich Warsteiner von der Distribution mit vier Getränke-Fachgroßhändlern und zehn Getränkemärkten. Warsteiner und König Ludwig im Fokus Die Hauptmarken „Warsteiner" und „König Ludwig" sollen künftig in den Fokus genommen und mit neuen Marketing- und Vertriebsmaßnahmen unterstützt werden. Das Herforder Pils soll nur in der Region vermarktet und vertrieben werden. Investiert werde aber auch in diesem Jahr in den Standort in Hiddenhausen-Sundern, wo noch etwa 100 Menschen arbeiten. Anfang der 1980er Jahre waren dort rund 700 Menschen tätig. Geplant ist ein Festtagsbier zum 140-jährigen Bestehen der Brauerei, sowie neue Gebinde. Die Mitarbeiter der Warsteiner Gruppe sind am Donnerstag über die Umstrukturierung unterrichtet worden.

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