Die Safeguard GmbH aus Paderborn hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Für viele Anleger könnte dies bedeuten, dass sie von ihrem Geld nichts wiedersehen. - © picture alliance
Die Safeguard GmbH aus Paderborn hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Für viele Anleger könnte dies bedeuten, dass sie von ihrem Geld nichts wiedersehen. | © picture alliance

Wirtschaft 600 Betroffene in OWL: Safeguard-Insolvenz bringt Anleger ums Geld

Risikopapiere: Rund 600 Gläubiger aus ganz OWL betroffen

Sabine Kauke
30.01.2018 | Stand 29.01.2018, 19:25 Uhr

Paderborn. Die Safeguard GmbH aus Paderborn hat Antrag auf Insolvenz beim Paderborner Amtsgericht gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Frank Schorisch aus Herford bestellt worden, der auf Nachfrage erklärte, dass das Insolvenzverfahren voraussichtlich in den nächsten Tagen eröffnet werde. Eine Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens, das unter anderem Investmentanlagen und Baufinanzierungen anbietet und mit Immobilien und Versicherungen makelt, könnte für viele Kapitalanleger bedeuten, dass sie von ihrem Geld nichts wiedersehen. Laut Anwalt Schorisch sind rund 600 Anleger aus ganz Ostwestfalen-Lippe betroffen. Die Forderungen dieser Gläubiger würden angesichts der „Anlageform" nachrangig bedient, sagte er. Konkreter möchte der Jurist in diesem „heiklen Verfahren" nicht werden. Risikobehaftete Anlagen Offenbar handelt es sich bei den Einlagen um sehr risikobehaftete Anlagen. Die Bielefelder Kanzlei Kraft, Geil und Kollegen führt gegen den Geschäftsführer von Safeguard, Edgar Künsting, und seine Unternehmen bereits seit vielen Jahren für zahlreiche Mandaten Verfahren, in denen Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Geldanlageberatung geltend gemacht werden. Mandaten berichteten regelmäßig, so Rechtsanwältin Iris Ober, dass ihnen die Risiken der Investitionen, die beispielsweise in Form von Genussrechten erfolgten, in Beratungsgesprächen nicht aufgezeigt worden seien. Ihnen sei verschwiegen worden, dass diese Anlageformen außerordentlich risikobehaftet seien. Ermittlungen der Paderborner Staatsanwaltschaft Gegen den 48-jährigen Geschäftsführer Edgar Künsting ermittelt die Paderborner Staatsanwalt seit Juni letzten Jahres, wie Oberstaatsanwalt Marco Wibbe auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte. Die Ermittlungen beziehen sich auf den Verdacht der Insolvenzverschleppung bei der Wirtschaftsforum Künsting AG, dessen Geschäftsführer ebenfalls Edgar Künsting war. Über das Vermögen des Finanzdienstleisters (17 Mitarbeiter), unter dem selben Dach wie Safeguard angesiedelt, war vor etwa einem Jahr ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Gesellschaft Safeguard war 2011 aus der 2005 gegründeten Künsting Grundstücksverwaltungs GmbH hervorgegangen.

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