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Die Gründer von Legarius: Martin Wiechmann (l.) und Karsten Eichenhofer in der Founders Foundation in Bielefeld. - © Barbara Franke
Die Gründer von Legarius: Martin Wiechmann (l.) und Karsten Eichenhofer in der Founders Foundation in Bielefeld. | © Barbara Franke

Bielefeld Start-up "Legarius": Die Problemlöser aus OWL

Gründerszene: Karsten Eichenhofer und Martin Wiechmann helfen Werkstätten mit ihrem Start-up „Legarius“ dabei, bei gekürzten Versicherungsleistungen zu Unrecht gestrichene Gelder zurückzuerhalten.

Carolin Nieder-Entgelmeier
22.11.2017 | Stand 22.11.2017, 10:43 Uhr

Bielefeld. Anfänge der neuen Bewegung „Gerechtigkeit als Service", besser bekannt als „Justice as a Service", gibt es auch schon in Deutschland. Das Unternehmen Airhelp hilft Kunden von Airlines, dessen Flüge verspätet, überbucht oder annulliert wurden. Das Portal „geblitzt.de" übernimmt diese Rolle für vermeintliche Verkehrssünder. Hinter beiden Angeboten steckt dieselbe Strategie: Die Unternehmen prüfen kostenlos Ansprüche oder Bußgeldverfahren ihrer Kunden. Diesem Motto haben sich auch die Gründer Karsten Eichenhofer und Martin Wiechmann verschrieben. Mit ihrem Start-up „Legarius" helfen sie Werkstätten dabei, mit einem automatisierten Prozess bei gekürzten Versicherungsleistungen zu Unrecht gestrichene Gelder zurückzuerhalten. Erst vor wenigen Wochen haben der Bielefelder Karsten Eichenhofer (29) und der Paderborner Martin Wiechmann (23) das Start-up Legarius gegründet und bereits jetzt erste Kunden und Unternehmergrößen aus OWL von ihrem Konzept überzeugt. Wiechmann und Eichenhofer haben den vierten Pitch-Day der Founders Foundation gewonnen und die Jury, bestehend aus Oliver Flaskämper (Priority AG), Jan Borgstädt (Join Capital GmbH) und Wilhelm Alexander Böllhoff (Böllhoff Gruppe), mit ihrer Software als Problemlöser beeindruckt. „Unsere Geschäftsidee ist einfach: Wir unterstützen Werkstätten im Ablauf mit Versicherungen, damit sie sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können", erklärt Eichenhofer, der fünf Jahre in der Versicherungsbranche gearbeitet hat. Probleme mit gekürzten Versicherungsleistungen „Viele Werkstätten haben bei der Reparatur von Unfallwagen Probleme mit gekürzten Versicherungsleistungen, die sogenannte Kürzungsfirmen automatisiert erstellen." Die Betreiber von Werkstätten haben im Gespräch mit den Gründern angegeben, dass bei jedem zweiten Schaden die Versicherungsleistungen um 10 bis 20 Prozent gekürzt werden. „Viele Werkstätten gehen jedoch nicht selbst dagegen vor, weil die Erfolgschancen gering sind und der Zeitaufwand hoch ist." Auch den juristischen Weg scheuen viele aufgrund des hohen Kostenrisikos. „An dieser Stelle kommt Legarius ins Spiel", so Eichenhofer. Das Konzept: Im ersten Schritt laden Werkstätten ihr Prüfgutachten über ein Formular bei Legarius hoch. „Die Anspruchslösung ist kostenlos und die Werkstätten erfahren durch unseren automatisierten Service und unsere Gutachter, welche Kürzungen unberechtigt sind", erklärt Entwickler Wiechmann. Im zweiten Schritt können sich Werkstätten für oder gegen die Zusammenarbeit mit Legarius entscheiden. „Wenn die Kunden unseren Service in Anspruch nehmen, treten wir mit den Versicherungen in Kontakt und setzen die Interessen unserer Kunden durch", so Wiechmann. „Im dritten Schritt kämpfen wir solange, bis unserer Kunden das Geld auf ihren Konten haben." Erst dann und nur im Erfolgsfall zahlt die Werkstatt 20 Prozent Provision an Legarius. „Sollten wir die Ansprüche nicht durchsetzen, zahlen die Werkstätten nichts." Aktuell entwickeln Eichenhofer und Wiechmann den Prototyp von Legarius mit ihren Kunden weiter. „In den nächsten sechs Monaten werden wir im Camp der Founders Foundation daran arbeiten, Legarius am Markt zu etablieren und weiter neue Kunden zu gewinnen", kündigt Eichenhofer an. Beide Gründer stehen kurz vor ihrem Studienabschluss. „Damit pausieren wir aber. Unsere Energie stecken wir in Legarius."

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