Ulrich Bittihn. - © Volksbank Paderborn Höxter
Ulrich Bittihn. | © Volksbank Paderborn Höxter

Wirtschaft Neuer Volksbanken-Verbund: Paderborn-Höxter-Detmold fusioniert mit Minden

VerbundVolksband OWL behält Sitz in Paderborn

Andrea Frühauf

Paderborn. Es soll die Nummer eins der Volksbanken in OWL werden: Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold schließt sich mit der kleineren Volksbank Minden zusammen. Mit einer Bilanzsumme von 5,8 Milliarden Euro steigt die neue „VerbundVolksbank OWL“ mit Sitz in Paderborn bei den regionalen Instituten zur Nummer zwei in OWL auf – und liegt mit der Sparkasse Bielefeld gleichauf. Platzhirsch bleibt in diesem Ranking die Sparkasse Paderborn (6,5 Milliarden Euro Bilanzsumme). Anfang 2017 werden die Vertreterversammlungen der Volksbank Minden und der Volksbanken Paderborn-Höxter-Detmold endgültig über den Zusammenschluss entscheiden, teilten beide Häuser mit. Mit der Fusion hat die genossenschaftliche Universalbank 95 Standorte in sechs von sieben Kreisen und beiden Oberzentren von OWL (siehe Grafik). „Schon jetzt gibt es keine zweite Regionalbank, die den ostwestfälischen Wirtschaftsraum so breit und differenziert abdeckt wie wir“, sagte Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold. Das neue Geldhaus hat insgesamt 976 Mitarbeiter – davon arbeiten 55 bei der Volksbank Minden, die eine Bilanzsumme von annähernd 0,3 Milliarden Euro hat.Neues Bankkonzept für die Region Bittihn betonte: „Wir werden mit dem Zusammenschluss keine Kostensynergien heben.“ Vielmehr werde in Minden Personal aufgebaut. Er verspricht sich mit der Fusion weiteres Wachstum. Der Vorstandschef wehrte sich gegen Schlagzeilen wie „Große Volksbank frisst die kleine“. Dies sei keine klassische Übernahme, betonte er. Ziel sei vielmehr ein neues Bankkonzept für OWL, bei dem Dezentralität im Vordergrund stehe. „Die einzelnen Volksbanken werden nach dem Zusammenschluss wieder als einzelne Marken erkennbar sein.“ Ziel sei höchstmögliche regionale Identität. Kunden wünschten bei wichtigen Entscheidungen für Familie und Unternehmen den persönlichen Augenkontakt und das Vertrauen zum Berater. Der Zusammenschluss sei keine Reaktion auf die für 2018 geplante Fusion der Volksbanken Bielefeld-Gütersloh und der Volksbank eG im Kreis Warendorf (Bilanzsumme: rund 5 Milliarden Euro, 1.200 Mitarbeiter). Größe allein reiche nicht aus, betonte Bittihn. Allerdings sei das neue Haus, zu dem die Volksbanken Minden, Paderborn, Höxter, Detmold und der Bankverein Werther (Bielefeld, Werther) als fünf Zweigniederlassungen gehören, dann groß genug, um wachsende Ansprüche global agierender Mittelständler auch mit eigenen Devisen- und Auslandsabteilungen unter einem Dach bedienen zu können. Auch den anderen Volksbanken – in OWL gibt es noch insgesamt 18 weitere, davon 11 im Gebiet der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold – machte er das Angebot zum Zusammenschluss. „Wir müssen uns dem Wettbewerb stellen.“ Angesichts von Niedrigzinsen, höheren Eigenkapitalanforderungen und Digitalisierung werde es vor allem für kleinere Häuser immer schwieriger. Bittihn: „Wir müssen unsere Strukturen weiterentwickeln.“ Die Volksbank Minden verspüre „mittlerweile echte Wachstumsgrenzen, vor allem im gehobenen Bankgeschäft“, räumte deren Aufsichtsratschef Georg Böcker ein. Mit der Fusion bewahre die Volksbank ihre „geschäftspolitische Eigenständigkeit“, bleibe vor Ort die Volksbank Minden und könne ihre Tradition fortführen, betonte Axel Breitschuh, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Minden. Durch die Fusion „erhalten wir eine ganz neue Leistungskraft und Entscheidungskompetenz vor Ort“. Bittihn ergänzte: „Damit heben wir unser bewährtes dezentrales Geschäftsmodell auf eine neue Stufe.“ Die bisherigen Vorstandsmitglieder der Volksbank Minden, Axel Breitschuh und Uwe Hagemeyer, werden nach der Fusion in den Vorstand beziehungsweise in die erweiterte Geschäftsleitung des Gesamtinstituts wechseln und weiterhin die Verantwortung für die Region Minden übernehmen. ?¦ Meinungsbörse

realisiert durch evolver group