Das ist OWL: Herbert Weber ist einer der führenden Köpfe hinter der Initiative it's OWL. - © Foto: Andreas Zobe
Das ist OWL: Herbert Weber ist einer der führenden Köpfe hinter der Initiative it's OWL. | © Foto: Andreas Zobe

Bielefeld Bilanz: Spitzencluster "It's OWL" hat schon 6.500 Arbeitsplätze geschaffen

Geschäftsführer Herbert Weber zieht eine positive Zwischenbilanz nach vier Jahren

Bielefeld. Angst vor einer Niederlage? Die Sorge, nicht berücksichtigt zu werden? Das lässt Herbert Weber, Chef der OWL GmbH, gar nicht erst an sich heran. "Man muss den Willen haben zu gewinnen. Wir haben immer auf Sieg gesetzt", sagt er. Vier Jahre liegt dieser Sieg inzwischen zurück, es war der 40 Millionen Euro schwere Zuschlag für den Spitzencluster Intelligente Technische Systeme OstWestfalen-Lippe - kurz: It's OWL. Er hat die Region kräftig vorangebracht. "Es hat wenige derart herausragende Erfolgsmomente gegeben", erinnert sich Weber. Seit mehr als 20 Jahren kümmert er sich um das Marketing für die Region. Mit Roman Dumitrescu und Günter Korder bildet er zudem die Geschäftsführung von It's OWL. Die Anerkennung des Projekts It's OWL durch das Bundesforschungsministerium bescherte der Region Fördergelder in Höhe von 40 Millionen Euro. Die Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb war, die Fördersumme von 40 Millionen noch einmal aus eigenen Mitteln beizusteuern. OWL schaffte nicht nur das Mindestmaß. Dadurch flossen gigantische 100 Millionen Euro in die Region. "Für OWL ist ist der Spitzencluster der wesentliche Impulsgeber gewesen. Das hat die Region einen großen Schritt nach vorn gebracht", sagt Weber. It's OWL mit der Zweitbedeutung: "Das ist OWL" sei für die Region zur "Marke für konsequente Arbeit" geworden. Vielleicht den größten Anteil am Erfolg hat der Paderborner Professor Jürgen Gausemeier. Unermüdlich tourte der Ingenieur durch Ostwestfalen-Lippe und überzeugte Unternehmen, sich am Spitzencluster zu beteiligen. 25 Kernunternehmen holte er ins Boot - von Benteler über Claas und Beckhoff bis Wago sind die Technologieführer der Region vertreten, außerdem sechs Hochschulen und 15 Forschungseinrichtungen. Hinzu kommen rund 100 Unternehmen, die sich in einem erweiterten Kreis am Cluster beteiligen. Interesse zeigen übrigens keineswegs nur die Menschen aus der Region allein. Der Erfolg des Projekts hat sich auch über die Grenzen hinweg herumgesprochen. "Wir hatten Delegationen aus Spanien, Frankreich, Österreich, Finnland, China, Japan, Korea und vielen weiteren Ländern hier", zählt Weber auf. Alle wollten sich die konkrete Anwendung von intelligenten Produkten und Produktionsverfahren ansehen. 47 Projekte hatten sich die Unternehmen vorgenommen. Das Spektrum reicht von Technologie für Elektromobilität über computergestützte Erntearbeit bis hin zu Brotknetstäben, die die Konsistenz des Teigs erkennen. "30 Projekte sind bereits abgeschlossen", sagt Weber. Der Rest soll bis Ende des kommenden Jahres folgen. 6.500 Arbeitsplätze sind seit dem Start von It's OWL in den Unternehmen entstanden. "Darauf kann man stolz sein", sagt Weber. Und nicht nur darauf. Denn neben den 47 Kernprojekten gibt es eine Vielzahl sogenannter Transferprojekte. Von ihnen profitieren insbesondere die kleineren Unternehmen. Sie waren aufgerufen, It's OWL Herausforderungen in ihrer Produktion zu nennen, die sie mit Hilfe der heimischen Hochschulen angehen wollen. 73 dieser Transferprojekte sind bereits abgeschlossen, die Zielmarke liegt bei 170 Projekten. Dafür sind insgesamt zehn Millionen Euro im Fördertopf. Bis zum 30. September können sich weitere Unternehmen bewerben. "It's OWL ist eine Plattform, die die Menschen zusammenbringt", bilanziert Weber. Und all das soll vorbei sein, wenn Ende 2017 die Cluster-Herrlichkeit offiziell endet? Weber schüttelt den Kopf. "Wir arbeiten an der Fortsetzung", versichert er. Die Gespräche laufen längst, es sieht gut aus. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat Bereitschaft signalisiert, er ist bekanntermaßen ein großer Fan von It's OWL. "Die Spitzenclusterförderung ist dann vorbei", sagt Weber. "Aber It's OWL soll weiterleben."

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