Mit einem Lächeln auf den Lippen: Martin Renker, Christian Sewing, Uwe Hadeler (alle Deutsche Bank), IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven und Deutsche-Bank-Co-Vorstand Jürgen Fitschen (v. l.). - © Wolfgang Rudolf
Mit einem Lächeln auf den Lippen: Martin Renker, Christian Sewing, Uwe Hadeler (alle Deutsche Bank), IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven und Deutsche-Bank-Co-Vorstand Jürgen Fitschen (v. l.). | © Wolfgang Rudolf

Wirtschaft Deutsche Bank: Letzte Rede des Co-Vorstands Jürgen Fitschen

Neuvorstand Christian Sewing formuliert eigenwilliges Lob für seine ostwestfälische Heimat

Stefan Schelp

Bielefeld. Für Jürgen Fitschen, Noch-Vorstand der Deutschen Bank, ist es eine Abschiedsvorstellung. Zehn Jahre lang war er gern gesehener Redner beim Neujahrsempfang der Bank in Bielefeld. „Diesmal ist es das letzte Mal", erklärte er. Mancher unter den 300 Zuhörern ahnte einen leicht bedauernden Unterton. „Es ist ja auch in Frankfurt aufgefallen, dass ich häufiger in Bielefeld gewesen bin als in anderen Großstädten." Was für Fitschen der Abschied war, erlebte Christian Sewing als Heimkehr. In Bielefeld hatte der gebürtige Bünder 1989 seine Ausbildung in der Deutschen Bank begonnen, seit dem 1. Januar 2015 ist er Vorstandsmitglied des Kreditinstituts. Der 45-Jährige verantwortet das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie das Vermögensmanagement. Allgemeines Schmunzeln erntete er beim Neujahrsempfang für seine ganz spezielle Liebeserklärung zur Region. „Auf den zweiten Blick gibt es nichts Schöneres als OWL", gestand er. Die Deutsche Bank werde zur alten Stärke zurückfinden. Die zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen würden das Ergebnis sicher belasten. „Aber wir werden das ausräumen. Die Bank wolle sich regionaler aufstellen, die „Silomentalität" auflösen. Man werde 500 Filialen erhalten und zugleich das digitale Angebot aufbereiten. „Wir wollen das Mittelstandsgeschäft weiter steigern", kündigte Sewing an. Das große Ganze nahm sich anschließend der Co-Vorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, vor. Sein 45-minütiger Vortrag war nicht eben von Frohsinn geprägt. „2016 wird ein Schicksalsjahr für Europa", kündigte Fitschen an. „Ich habe mir noch nie so viele Sorgen gemacht." Die Entwicklung Europas werde gehemmt, weil zu viele Nationalstaaten nicht bereit seien, Verantwortlichkeiten abzugeben. Fitschen verwies auf den Banksektor, der hier schon weiter sei. Die Bankenunion funktioniere, mit der Kapitalmarktunion müsse der nächste Pfeiler gesetzt werden. „Viele Probleme sind heute nicht mehr auf nationaler Ebene zu lösen." In einem Parforceritt jagte Fitschen dann durch die Weltregionen. Von Indien sei er enttäuscht; bei China dürfe man sich von vermeintlich schlechten Nachrichten nicht „irre" machen lassen; Japan habe es versäumt, genug Anstrengungen für Reformen aufzubringen; in Brasilien komme der große Katzenjammer erst nach den Olympischen Spielen; Afrika wachse stärker als Asien. Und die USA hätten in der Zinspolitik einen ersten Schritt unternommen. „Aber die Normalisierung nimmt noch Jahre in Anspruch." Nach 47 Jahren im Beruf gehe er nun in den Ruhestand, kündigte Fitschen an. Was dann kommt? „Mal sehen, was ich daraus machen kann." Wechselspiele bei der Deutschen Bank Die Deutsche Bank teilt Deutschland künftig in 7 statt bisher in 15 Regionen auf.Der Großraum Bielefeld – bisher eine eigene Region – geht in der Region Nordwest auf, die von Düsseldorf aus gelenkt wird. Uwe Hadeler (48), bislang Sprecher der Deutschen Bank in Bielefeld, wechselt nach Düsseldorf und kümmert sich dort um das „breite Kundengeschäft". Zum weiteren Team in Düsseldorf gehören: Thomas Buschmann (53), der Ex-Bielefelder ist zuständig für Großfirmenkunden. Martin Renker (53) ist Sprecher des Teams und zuständig für das Private Wealth Management. Christiane Roth (56) kümmert sich um das Cash-Management, der Aufgabenbereich von Stefan Märkl (56) ist das Privatkundengeschäft. Bernd-Christian Balz (51) kehrt nach drei Jahren in Köln zurück nach Bielefeld. Er kümmert sich wieder um das Private Wealth Management. Balz tauscht den Standort mit Matthias Scheffner (40), der vor drei Jahren für Balz nach Bielefeld gekommen war.

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