Zwei Jibimärkte in Bielefeld werden geschlossen. - © Andreas Frücht
Zwei Jibimärkte in Bielefeld werden geschlossen. | © Andreas Frücht

Wirtschaft Die Marke Jibi verschwindet

Supermarkt-Kette: Bünting-Gruppe will alle Filialen bis Ende 2016 in Combi-Märkte umbenennen. Zwei Standorte in Bielefeld werden 2016 geschlossen

Andrea Frühauf

Bielefeld. Alle noch verbliebenen 86 Jibi-Supermärkte werden bis Ende nächsten Jahres in Combi-Märkte umbenannt. Damit erinnert künftig nichts mehr an Wilhelm Jittenmeier, der die Handelskette 1962 in Bielefeld gegründet und die beiden Anfangsbuchstaben seines Familiennamens und des Firmensitzes Bielefeld für die „Marke“ Jibi verwendet hatte. Erst vor gut einem Jahr, im Oktober 2014, hatte die ostfriesische Bünting-Gruppe vom Bundeskartellamt die Erlaubnis für die Übernahme des Bielefelder Familienunternehmens zum 1. Januar 2015 bekommen. Damals gehörten 88 Lebensmittelmärkte mit 2.400 Mitarbeitern zur Jibi-Kette, die zuletzt rund 280 Millionen Euro Umsatz erzielt hatte. Die Filialen liegen in einem Radius von rund 150 Kilometer um den Stammsitz Bielefeld. Heute sind es noch rund 2.200 Jibi-Beschäftigte, wie Bünting-Sprecherin Helen Drieling sagt. Und die Zahl wird weiter sinken. In Bielefeld werden im nächsten Jahr zwei Standorte „abgegeben“. „Die Schließungen betreffen die Märkte in der Westerfeldstraße und im Epiphanienweg“, so Drieling. Was danach mit den beiden Standorten passieren wird, kann sie nicht sagen. Einige Jibi-Filialen wurden nach ihren Angaben bereits umgeflaggt – darunter auch in Bad Oeynhausen, Hille-Hartum, Melle, Erwitte und Hannover-List. Die Umbenennung auf die Vertriebsmarke Combi begründet die Unternehmenssprecherin auch mit Synergieeffekten. „Durch die Umstellung der Märkte auf unsere seit mehr als 40 Jahren etablierte Vertriebsmarke Combi schaffen wir Synergieeffekte, ohne den Charakter des Unternehmens damit zu verändern.“ Zudem wolle die Bünting-Gruppe ein einheitliches Markenbild für ihre Verbrauchermärkte von der Nordseeküste bis ins Sauerland schaffen. Da Jibi auch vor der Übernahme von Bünting beliefert wurde, werde das Sortiment nicht groß verändert. „Gleichwohl werden die Sortimente standortspezifisch optimiert“, so Drieling. In Bielefeld-Hoberge sind der Umbau und das veränderte Sortiment bereits sichtbar. Als Bünting 2014 die erfolgreiche Übernahme meldete, hieß es: „Am 1. Januar 2015 kommen alle vorhandenen Jibi-Märkte und Beschäftigten unter das Dach der Bünting-Gruppe.“ Und Drieling verhieß: „Jibi wird dabei allerdings nicht in eine der anderen Vertriebsgesellschaften integriert, sondern bleibt als eigene Gesellschaft innerhalb der Gruppe bestehen mit Bünting als neuer Gesellschafterin.“ Lediglich mögliche Filial-Schließungen schloss die Unternehmenssprecherin damals nicht aus. Heute ist zwar die Betreibergesellschaft der Jibi- und umgeflaggten Combi-Filialen „nach wie vor“ die Jibi Handel GmbH & Co. Aber auch die könnte sich eines Tages überlebt haben, wenn alle Jibi-Märkte Combi heißen. In Oerlinghausen war eine Erweiterung geplant. „Die Bauvoranfrage, die es seinerzeit gegeben hat, wird aufgrund geänderter Anforderungen des Betreibers aktuell überarbeitet“, heißt es nun.

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