Fröhlich: Die israelische Handelsattachée Hemdat Sagi - © Sarah Jonek
Fröhlich: Die israelische Handelsattachée Hemdat Sagi | © Sarah Jonek

Bielefeld Israelische Unternehmen entdecken OWL

Handelsattachée Hemdat Sagi zu Gast beim Bielefelder Unternehmen Delius

Bielefeld.  Wenn sie gefragt wird, was sie essen möchte, antwortet Hemdat Sagi, dass sie immer auf die Empfehlungen der Küche vertraut. Auf eine Empfehlung geht auch das Treffen der israelischen Handelsattachée mit Rudolf Delius zurück. Bei den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen stellte der israelische Botschafter sie einander in der Philharmonie in Berlin vor. Laut Delius ist das die ideale Voraussetzung, um vorhandene Kontakt in den Nahen Osten zu Geschäftsbeziehungen auszubauen. „Wir waren bereits vor Ort aktiv, doch dann hat sich unser Fokus geändert. Wir möchten dieses Potenzial wiederherstellen“, so Delius. Hemdat Sagi stimmt ihm da zu: „Wir sind froh, dass wir behilflich sein können.“ Denn laut Sagi ist Deutschland für israelische Unternehmen sehr interessant. Täglich bekommt die Handelsattaché Anfragen. Viele Unternehmen aus Israel sehen große Hürden bei geschäftlichen Beziehungen. Hier greift das Büro der 36-Jährigen ein. Ihrer Meinung nach ergänzen sich die als ungeduldig geltenden Israelis und die organisierten Deutschen perfekt. Auch wachse in Deutschland die Erkenntnis, dass man langfristig nur durch Innovationen wettbewerbsfähig bleiben könne. So auch über einen Portfolio-Abgleich, den Sagis Büro gemeinsam mit der IHK Ostwestfalen durchführt, bei dem ein deutsches und ein israelisches Unternehmen zusammen geführt werden.Bielefelder Herzlichkeit Eine Möglichkeit für die vielen Start-Ups aus Israel, für die Deutschland, laut Sagi, das Tor zu dem europäischen Markt ist. Europa sei für das Land im Nahem Osten der wichtigste Handelspartner. Und das obwohl die Situation für die israelischen Exporteure durch den Euro nicht günstig ist. Das bestätigt auch Rudolf Delius: „Oft konnten wir nicht mithalten, da die Preise zu niedrig waren.“ Sein Unternehmen fertigt neben Möbeltextilien auch Stoffe für kugelsichere Westen, Militäruniformen und Militärausrüstungen wie beispielsweise Rucksäcke an. Hier sieht Delius in Israel einen Markt. „Bei den ganzen Krisenherden geht da der Bedarf nicht aus.“ Sagi sagt, dass ihr die Herzlichkeit in Bielefeld gut gefallen habe. „Es ist schön, mal aus Berlin rauszukommen. Es gibt viele großartige Unternehmen in Deutschland.“

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