Thema Klimawandel: 5. IHK-Umweltforum im Schüco-Gebäude in Bielefeld. - © Foto: Wolfgang Rudolf
Thema Klimawandel: 5. IHK-Umweltforum im Schüco-Gebäude in Bielefeld. | © Foto: Wolfgang Rudolf

Wirtschaft Klimaexperte spricht vor OWL-Unternehmern

Ökonom Ottmar Edenhofer beim IHK-Umweltforum

Björn Vahle

Bielefeld. Es steht nicht gut um das Weltklima, so viel darf als Grundwissen vorausgesetzt werden. Welche Rolle die Wirtschaft bei der Änderung dieses Zustandes spielen kann, war Thema des 5. IHK-Umweltforums. Mit Ottmar Edenhofer sprach im Schüco Competence Center einer der renommiertesten Klimaexperten der Welt, der in dieser Sache eine klare These vertritt. Er sehe im Handel mit Emissionszertifikaten die einzige Chance, genügend Anreize für Privatleute und Unternehmen zu schaffen, um den weltweiten CO2-Ausstoß dauerhaft und effektiv zu senken, sagte der Vorsitzende einer Arbeitsgruppe des Weltklimarats. Mit ihr hat er zuletzt 2014 im Weltklimabericht alle möglichen Optionen zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes zusammengetragen. Dazu brauche es aber eine Reform des europäischen Emissionsgesetzes, so Edenhofer. "Sonst wird es schwierig."Wirtschaft stärker einbinden Edenhofer hofft, dass so die Wirtschaft stärker eingebunden werden kann. Und damit ist er beim Thema des Abends. Denn vor allem bei der Gebäudesanierung sehen Experten Einsparpotenziale - nicht nur für Unternehmen. "Die Zertifikate müssten für alle Sektoren gelten. Dann würde auch der Bausektor profitieren", sagt Edenhofer. Solche leicht verständlichen Lösungsvorschläge anzubieten ist seine Aufgabe im Weltklimarat. Die Wissenschaft dürfe nicht nur Sachzwänge aufzeigen, sondern müsse Anforderungen, Folgen und Risiken klarmachen.Klarer Kurs der Regierung fehlt In Deutschland vermisst Sabine Nallinger, Vorstand der Stiftung "2 Grad - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz", allerdings gerade einen klaren Kurs der Regierung. Das "Hin und Her bei den steuerlichen Anreizmechanismen für die energetische Gebäudesanierung" führe zu Vertrauensverlust. Dabei müssten bis 2050 alle Gebäude auf einen CO2-freien Energieverbrauch umgestellt werden.Klima ist Knackpunkt Die Kosten für die Umstellung seien bisher der Knackpunkt, glaubt Schüco-Chef Andreas Engelhardt. "Da muss natürlich immer erst Geld investiert werden." Die Energie-Einsparungen würden auf lange Sicht die Kosten aufwiegen. Nallinger zufolge stützen Studien diese Einschätzung. Dem Marktforschungsinstitut Prognos zufolge koste die energetische Sanierung des gesamten öffentlichen Gebäudebestandes 335 Milliarden Euro. Das Einsparpotenzial liege bei 370 Milliarden Euro. Schücos Produkte, fügt Engelhardt nicht ganz uneigennützig hinzu, sollen dabei mithelfen, solche Potenziale zu nutzen.

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