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Wappentier der USA: Trump lockert ein Gesetz, dass auch den Weißkopfseeadler schützt. - © picture alliance
Wappentier der USA: Trump lockert ein Gesetz, dass auch den Weißkopfseeadler schützt. | © picture alliance

Sorge um Weißkopfseeadler Trump-Regierung weicht Artenschutzgesetz auf

13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 08:22 Uhr

Washington (AFP) - Die Regierung von US-Präsident Donald Trump weicht gesetzliche Regelungen zum Artenschutz auf. US-Innenminister David Bernhardt stellte am Montag eine Reihe von geplanten Änderungen an einem US-Gesetz von 1973 zum Artenschutz vor. Naturschützer messen diesem Gesetz in seiner bisherigen Form fundamentale Bedeutung bei. Es ermöglichte etwa die Erholung der Bestände von Grauwölfen, Grizzlybären und Weißkopfseeadlern. Gestrichen werden soll nun eine Regelung, wonach die "bedrohten" Arten automatisch den gleichen Schutzstatus erhalten wie die "gefährdeten" Arten. Bei als "gefährdet" eingestuften Arten ist das Risiko des Aussterbens besonders hoch. Wirtschaftliche Belange vor Artenschutz Ferner sollen künftig wirtschaftliche Belange in die Bewertung des Schutzstatus von Wildtieren einbezogen werden dürfen. Bernhardt bezeichnete die Änderungen als "Verbesserungen". Sie würden für eine "effiziente" Umsetzung des Gesetzes sorgen, erklärte der frühere Öl- und Gaslobbyist. Handelsminister Wilbur Ross erklärte, die Novellen entsprächen der Vorgabe Trumps, die Regulierungen im Umweltbereich zu lockern und zugleich den Artenschutz zu gewährleisten. Umweltschützer entsetzt Umweltschützer reagierten entsetzt. Sie befürchten die graduelle Zerstörung des Lebensraums gefährdeter und bedrohter Arten. Die Umweltschutzorganisation Earthjustice bezeichnete die Änderungen als "Geschenk an die Industrie" und kündigte eine Klage an. Heftige Kritik kam auch von den oppositionellen Demokraten. Jahrzehntelang habe das Gesetz "unser am stärksten bedrohtes Tierleben vor dem Aussterben bewahrt", schrieb der Präsidentschaftsbewerber Joe Biden im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nun wolle Trump "dies alles über Bord werfen". Der frühe Vizepräsident warnte, angesichts der Bedrohung des Planeten durch den Klimawandel sollten Schutzmaßnahmen für die Natur gestärkt und nicht abgeschwächt werden. WWF: Tierbestand in Wäldern sinkt dramatisch Wie wichtig das wäre, zeigt eine neue Studie des WWF, der zufolge die weltweiten Bestände der in Wäldern lebenden Tiere in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Seit 1970 sanken diese Bestände im Schnitt um mehr als die Hälfte, wie aus einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF hervorgeht, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Besonders betroffen sind demnach Amphibien wie Frösche, aber auch Säugetiere wie Affen oder Waldelefanten. Hauptursachen dafür, dass immer weniger Tiere in den Wäldern leben, sind laut WWF die Abholzung und die Nutzung von Wäldern für die Landwirtschaft. "Der Rückgang der Artenvielfalt in den Wäldern der Welt ist erschreckend und ein deutliches Alarmzeichen", sagte Christoph Heinrich, der im WWF-Vorstand für den Naturschutz zuständig ist. Für die Studie untersuchte der WWF die Daten von 268 Wirbeltierarten und 455 Tierpopulationen. Die Organisation will die Untersuchung am heutigen Dienstag vorstellen.

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